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In Rheinhessen werden wieder Stechmücken bekämpft. Per Hubschrauber bringt die Kommunale Aktion zur Schnakenbekämpfung (KABS) vor allem über Waldgebieten für die Larven tödliche Bazillen aus.

Auch in diesem Jahr werden in der Region zwischen Eich (Kreis Alzey-Worms) und Bingen (Kreis Mainz-Bingen) wieder Stechmücken bekämpft. Bislang nur die Waldmücke - Rheinschnaken gibt es nach Angaben einer KABS-Sprecherin derzeit noch keine. Deren Larven entwickeln sich ihr zufolge erst bei wärmeren Temperaturen und bei Hochwasser. Die Waffe, die die KABS mit den Hubschraubern einsetzt, ist ein Eisgranulat. Darin befindet sich der Bacillus thuringiensis israelensis.

1976 wurde dieser Mikroorganismus in der israelischen Wüste Negev entdeckt und danach wissenschaftlich erforscht. Gemeinsam mit der Universität Heidelberg entwickelte die KABS daraus einen einzigartiges, biologisches Bekämpfungsmittel gegen Stechmücken. Deren Larven fressen die Bazillen, was zum Tod der Stechmücken-Larven führt.

Ein Hubschrauber der KABS bekämpft von dere Luft aus Schnaken (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa,  Uli Deck)
Mit einem Hubschraubern verteilt die KABS Eisgranulat, indem sich der Bacillus thuringiensis israelensis befindet. picture alliance/dpa, Uli Deck

Schnakenbekämpfer auch zu Fuß unterwegs

Bereits seit mehreren Wochen sind die Schnakenbekämpfer auch zu Fuß in der Region unterwegs, unter anderem im Raum Worms. Dort versprühen sie den Wirkstoff mit Rückenspritzen. Am Dienstag kommt an Stellen, die zu Fuß nicht erreichbar waren, der Hubschrauber zum Einsatz. Insgesamt behandelt die KABS eine Fläche von etwa 6.000 Quadratmetern. Dadurch kann die Stechmückenplage zwar nicht vollständig vermieden, aber deutlich eingeschränkt werden. In der Region sind Stechmücken mittlerweile die Ausnahme.

99 Prozent weniger Stechmücken

Schätzungen zufolge befinden sich auf behandelten Flächen 99 Prozent weniger Stechmücken als auf unbehandelten. Dafür bringt die KABS jedes Jahr mehrere hundert Tonnen des Wirkstoffes aus, der Untersuchungen zufolge lediglich die Stechmückenpopulation reduziert. Andere Insekten sind demnach nicht betroffen.

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