Es war ein langer Prozess. 2007 hatte der Ministerrat des Landes beschlossen, dass in Mainz ein archäologisches Zentrum entstehen soll, neben dem Museum für Antike Schifffahrt und ganz in der Nähe des Römischen Theaters. Mittelpunkt des Zentrums: Das Römisch-Germanische Zentralmuseum, das seit 170 Jahren im Kurfürstlichen Schloss in Mainz untergebracht war.
Kein Platz zum Forschen
Das RGZM ist eins von nur acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft in Deutschland. Im Kurfürstlichen Schloss war längst nicht mehr genügend Platz - weder für die Forscher noch für die mehr als 200.000 archäologischen Exponate. In der Mainzer Altstadt ist nun ein Zentrum entstanden, in dem es neben Ausstellungsräumen auch Restaurierungs-Werkstätten, Labore und eine große Fachbibliothek geben wird - eine Anlaufstelle für Wissenschaftler aus der ganzen Welt.

Neubau hat sich verzögert
Anfangs hieß es, das neue Archäologische Zentrum solle innerhalb von drei Jahren fertig gestellt werden. Als 2018 schließlich Richtfest gefeiert wurde, ging das Land als Bauherr von weiteren zwei Jahren Bauzeit aus - stattdessen wurden es vier. Unter anderem kams zu den Verzögerungen wegen eines Gerichtsstreit beim Architektenwettbewerb und zuletzt auch wegen der Corona-Pandemie. Es habe Personalausfälle gegeben und verspätete Materiallieferungen, sagte ein Sprecher des zuständigen Landesbetriebs LBB.
Mehr als 200.000 Ausstellungsstücke ziehen um
Alle Ausstellungsstücke des RGZM wurden in den vergangenen fünf Jahren in Vorbereitung auf den Umzug akribisch katalogisiert, fotografiert und verpackt. Darunter laut RGZM winzig kleine und fragile, aber auch tonnenschwere Mosaike, Skulpturen und Sarkophage. Jetzt ziehen sie endlich um. Das RGZM spricht von einer logistischen Herausforderung - einem Mammutprojekt. Ende des Jahres soll der Umzug geschafft sein.
Neustart mit neuem Namen
Insgesamt rund 60 Millionen Euro hat der Neubau in der südlichen Altstadt gekostet, finanziert von Bund, Land und der Stadt Mainz. Im Frühjahr 2023 soll offiziell Eröffnung gefeiert werden. Mit dem Neustart gibt es auch einen neuen Namen: Das RGZM heißt ab dem 1.1.2023 Leibniz-Zentrum für Archäologie, kurz LEIZA.

"Römisch-Germanisches Zentralmuseum - das bildet nicht im Ansatz ab, was wir alles tun."
Das neue archäologische Museum wird erst 2024 eröffnet, mit der Dauerausstellung "Zusammenleben". Es gehe darum, zu zeigen, was der Kitt ist, der unsere Gemeinschaft zusammenhält, sagt Generaldirektorin Alexandra Busch. Das Verhältnis von individuellen Bedürfnissen und den Interessen der Gemeinschaft soll in der Dauerausstellung auf zwei Etagen im neuen Museum beleuchtet werden.