Aus dem ehemaligen Landhotel Schloss Sörgenloch soll ein Alterssitz für Seniorinnen und Senioren werden. (Foto: I. Wagner  )

Leerstehendes Gebäude wird umgebaut

Schloss Sörgenloch wird zum Alterssitz für Senioren

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In einem halben Jahr sollen knapp 25 Seniorinnen und Senioren in das Schloss im rheinhessischen Sörgenloch einziehen. Der Käufer möchte aus dem seit Jahren leer stehenden Gebäude ein Zuhause für pflegebedürftige Menschen machen.

Jochen Sting, der Käufer des Anwesens, hat in den nächsten Monaten Großes vor. Aus dem Schloss in Sörgenloch mit dazugehörigem Landhotel möchte er eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz und ein Betreutes Wohnen für Menschen mit körperlichen Erkrankungen machen.

Außerdem sollen in den Gebäuden eine Tagespflege und ein Café mit Biergarten entstehen. Geplant sei auch, ein Bed & Breakfast anzubieten, in dem zum Beispiel Angehörige der Bewohnerinnen und Bewohner übernachten könnten, wenn sie zu Besuch kommen. Aber auch andere Gäste seien willkommen.

"Nichts Vergleichbares in Rheinhessen"

"Das Projekt ist einzigartig in der Region. Zumindest kenne ich kein anderes vergleichbares in Rheinhessen", so Sting. Bis es so weit war, habe er aber einige Hürden nehmen müssen, erzählt der gelernte Krankenpfleger. So hätten einige Mitglieder des Gemeinderates das Projekt zeitweise nicht unterstützt. Auch die geltenden Brandschutzbestimmungen einzuhalten, sei eine Herausforderung gewesen.

Nach knapp eineinhalb Jahren Planung und Verhandlungen hat Jochen Sting vor wenigen Tagen nun seine lang ersehnte Baugenehmigung vom Kreis Mainz-Bingen erhalten. Und in wenigen Tagen sollen die Umbauarbeiten bereits beginnen.

Etagen sollen barrierefrei zugänglich sein

"Auch wenn die Gebäude weitestgehend gut erhalten sind, gibt es noch einiges zu tun", so der Geschäftsmann. So müssten Wände entfernt und neue wieder eingezogen werden. Außerdem werde ein Aufzug eingebaut, sodass jede Etage barrierefrei zugänglich sei. "Da kommt noch ein bisschen Arbeit auf uns zu", ist sich Sting sicher. Aber er freue sich schon darauf.

Pflegewohngemeinschaft für Menschen mit Demenz

Sein Konzept unterscheide sich von den üblichen Seniorenheimen, sagt der Geschäftsmann. Dabei sei es ihm vor allem wichtig, dass die Bewohnerinnen und Bewohner so lange wie möglich selbstbestimmt leben könnten.

Im ehemaligen Landhotel Schloss Sörgenloch soll im Obergeschoss eine Pflegewohngemeinschaft mit neun Mietern und Mieterinnen entstehen. Diese sei vor allem für Menschen ausgelegt, die an Demenz erkrankt seien. Mehrere Mitarbeitende würden die älteren Menschen betreuen, die alle ein eigenes Zimmer bekämen.

Bewohner entscheiden mit über neue Mieter

Der große Unterschied zu einem Seniorenheim: Die Mieterinnen und Mieter können zusammen mit ihren Angehörigen selbst bestimmen, wie sie leben wollen. Das heißt, sie können beispielsweise mitentscheiden, wer in die Pflegegemeinschaft einziehen darf und sie legen gemeinsam die Hausordnung fest.

Ambulanter Pflegedienst vor Ort

Auch um alltägliche Dinge wie Einkaufen und Arztbesuche können, beziehungsweise müssen sich die Bewohnenden selbst kümmern. Hilfe bekommen sie unter anderem von einem ambulanten Pflegedienst, der sich ebenfalls in den Gebäuden befindet.

Das Schloss in Sörgenloch. In diesem Gebäude soll unter anderem ein Café mit Biergarten entstehen. (Foto: I. Wagner  )
Das Schloss in Sörgenloch. In diesem Gebäude soll unter anderem ein Café mit Biergarten entstehen.

Tagespflege direkt nebenan

Die weiteren 15 Zimmer im ehemaligen Landhotel sollen für Menschen sein, die vor allem körperlich erkrankt sind. Auch um sie würden sich bei Bedarf die Mitarbeitenden des ambulanten Pflegedienstes kümmern. Und auch nachts wäre im Notfall jemand da, sollten die Bewohnerinnen und Bewohner Hilfe benötigen.

Neben der ambulanten Pflege könnten die Seniorinnen und Senioren auch die Tagespflege nutzen. Dort könnten sie unter anderem gemeinsam essen und verschiedenen Aktivitäten nachgehen.

Auch Nachbarn sollen Angebot nutzen können

Wie Sting weiter mitteilt, sollen aber nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner von dem neuen Konzept profitieren. Auch ältere Menschen in der Nachbarschaft, die noch zu Hause leben, könnten beispielsweise das Angebot der Tagespflege nutzen.

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Erste Anfragen bereits vor Eröffnung

Obwohl die Pflegewohngemeinschaft und das Betreute Wohnen voraussichtlich erst ab Herbst genutzt werden können, habe er bereits erste Anfragen erhalten, so Sting. Neben den Gesprächen mit den Interessenten gelte es in der nächsten Zeit aber auch, ein Team zusammenzustellen, das unter anderem die Betreuung und die Pflege übernimmt.

"Es ist toll, aus dem Nichts ein ganz neues Team zusammenzustellen und gemeinschaftlich etwas auf den Weg zu bringen."

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SWR