Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (M), der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (r, Grüne) und Thomas Triomphe (l), Executive Vice President und Global Head von Sanofi Pasteur, starten bei Sanofi in Frankfurt eine Anlage zur sterilen Abfüllung des potenziellen Impfstoffs gegen COVID-19.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Sanofi | Martin Joppen)

125 Millionen Dosen bis Jahresende

Sanofi will Biontech beim Abfüllen des Corona-Impfstoffs helfen

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Der französische Pharmakonzern Sanofi will dem Mainzer Unternehmen Biontech und dessen US-Partner Pfizer bei der Produktion ihres Corona-Impfstoffs helfen. Das Sanofi-Werk in Frankfurt werde "Fertigungsprozesse der späteren Phase" übernehmen.

Der französische Pharmakonzern will so ab Sommer mehr als 125 Millionen Dosen des Pfizer-Biontech-Impfstoffs für die Europäische Union liefern. Sanofi wolle dem Mainzer Unternehmen Biontech Zugang zu seiner Produktionsinfrastruktur gewähren, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch. Ziel sei es, "Fertigungsschritte der späten Phase" zu übernehmen, um die Lieferung des Covid-19-Impfstoffs zu unterstützen.

Die ersten Lieferungen sollen im Sommer 2021 aus den Produktionsanlagen von Sanofi in Frankfurt geliefert werden. Dazu müssen die Anlagen am Standort Frankfurt-Höchst jedoch zunächst umgerüstet werden, wie eine Sprecherin von Sanofi Deutschland sagte. Denn der Impfstoff von Biontech basiere auf der Technologie von mRNA-Botenstoffen - anders als der Impfstoff, an dem Sanofi mit dem britischen Pharmakonzern GSK forscht. Zu finanziellen Details des Deals mit Biontech und Pfizer machte die Sprecherin keine Angaben.

Sanofi: Nähe zu Mainz erleichtert Produktion

Sanofi-Generaldirektor Paul Hudson hatte sich bereits am Dienstag zur Kooperation mit Biontech/Pfizer geäußert. Er sprach im Interview mit der französischen Zeitung "Le Figaro" konkret davon, beim Abfüllen des Impfstoffes helfen zu wollen. Dies müsse in einer sterilen Umgebung und bei einer sehr niedrigen Temperatur erfolgen, sagte er. Da die Sanofi-Produktion in Frankfurt nahe des Biontech-Hauptsitzes in Mainz liege, werde das die Sache erleichtern.

Die Arbeit an eigenen Impfstoffen wolle Sanofi fortsetzen. Zuletzt war bekanntgeworden, dass die Corona-Impfstoffentwicklung von Sanofi und GSK (GlaxoSmithKline) sich verzögere. "Wir streben eine Markteinführung im letzten Quartal des Jahres an", bestätigte Hudson frühere Angaben. Man sei zuversichtlich. Die ersten Ergebnisse zur Dosierung und Wirksamkeit werde man voraussichtlich im Mai erhalten, danach könne man mit großangelegten Tests beginnen.

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