Vier Autobahnfahrbahnen, die mit Bauzäunen abgesperrt sind (Foto: SWR)

Nicht mehr zu retten

Salzbachtalbrücke an A66 bei Wiesbaden soll gesprengt werden

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Die marode Autobahnbrücke auf der A66, die sogenannte Salzbachtalbrücke, soll gesprengt werden. Die Brücke, die am vergangenen Freitag abgesackt war, sei nicht mehr zu retten, so die Sachverständigen. In 14 Monaten könnte der Verkehr wieder rollen.

Es bestehe Einsturzgefahr, so die Verantwortlichen auf einer Pressekonferenz am Freitagvormittag. Die Brücke besteht aus zwei Teilen, der südliche Teil hatte sich abgesenkt, Betonbrockenteile waren herabgefallen. Eigentlich sollte nur dieser Teil gesprengt werden. Weil sich aber keine Fachleute gefunden haben, die den nördlichen Teil während der Sprengung so absichern können, dass er anschließend wieder genutzt werden kann, sollen nun beide Teile gesprengt werden.

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Extrem einsturzgefährdet

Der Südteil der Brücke ist extrem einsturzgefährdet, so die Experten, es bestehe Lebensgefahr. Bauarbeiter dürften sich momentan nur bis maximal 25 Meter der Brücke nähern. Die Baufahrzeuge, die noch auf der Brücke stehen, dürfen nicht weggefahren werden. Die Brücke muss nun zunächst stabilisiert werden. Dies soll mit sogenannten "Tausendfüßlern" passieren - Baufahrzeuge, die zwei Hilfstürme unter die Brücke fahren und die Brückenpfeiler stützen sollen.

Wiesbadens OB: "Ein Alptraum"

Der Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) sagte, die komplette Sperrung der Salzbachtalbrücke sei verkehrstechnisch ein Alptraum für die Stadt. Es werde eine jahrelange Geduldsprobe für die Wiesbadener. In der nächsten Woche werde es einen Runden Tisch mit Wirtschaftsvertretern geben. Pendler und Logistiker haben durch die Sperrung der Autobahnbrücke zurzeit große Probleme.

In 14 Monaten könnte der Verkehr wieder rollen

Die Sprengung der beiden Brückenteile soll in knapp zwei Monaten erfolgen, so die Experten. Nach der Sprengung könne zumindest die Bahnstrecke, die unter der Salzbachtalbrücke hindurch führt, wieder freigegeben werden, so Wiesbadens Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne). Nach der Sprengung soll zunächst der Südteil der Brücke neu gebaut werden. Man rechnet mit einer Bauzeit von ca. einem Jahr. Dann könnte der Verkehr über diesen Teil der Brücke wieder laufen, während der Nordteil dann ebenfalls neu gebaut wird.

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