Hände setzen Scherben einer Vase zusammen (Foto: dpa Bildfunk, Horst Ossinger (Symbolbild))

Wenn es schnell gehen muss

Mainzer Museum hilft bei Rettung von Kulturgütern

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Umweltkatastrophen, Brände oder Kriege: Um Kulturgüter zügig zu retten, entwickelt das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) in Mainz sogenannte Erste-Hilfe-Pakete.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Ärchäologischen Institut entstehen schnell zusammenbaubare Arbeitsstationen. "Es geht um Erste Hilfe mit einfachen Mitteln", sagte der stellvertretende Generaldirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM) in Mainz, Christian Eckmann, der Deutschen Presse-Agentur. "Mit einfachen, robusten, aber effektiven Maßnahmen sollen Kulturobjekte unmittelbar versorgt, gerettet oder für die spätere Restaurierung geborgen werden können."

THW bringt Mainzer Module in Krisengebiete

Mit Unterstützung eines eigens beauftragten Restaurators entstehen derzeit beim RGZM in Mainz nach eigenen Angaben etwa 40 Notfallmodule, die überall auf der Welt zu verschiedenen Arbeitsstationen zusammengebaut werden können. Diese beinhalten Foto-Stationen mit LED-Beleuchtung, Einheiten für die Reinigung der Objekte, Kompressoren für Absauganlagen und Computeranschlüsse. Auch das luftdichte Verpacken von Kulturgütern ist möglich. Die Prototypen, die für die Luftfracht entwickelt werden, sollen in Notfallcontainern auf genormten Paletten beim THW gelagert werden und wären somit jederzeit abflugbereit. "So gewinnt man unfassbar viel Zeit", sagte Eckmann.

Die Kulturretter gibt es seit 2018

Die Idee zu den Kulturrettern ist nach Angaben des Netzwerks nach dem Großbrand des brasilianischen Naturmuseums 2018 entstanden. In Deutschland habe es bereits Erfahrungen mit der Restaurierung von Kulturgütern nach Krisen gegeben, sagte der Leiter des RGZM Christian Eckmann in Mainz. Als Beispiele nennt er die Elbflut in Dresden und den U-Bahn-Bau in Köln 2009, bei dem das Historische Stadtarchiv einstürzte.

RGZM zieht bald um

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz ist weltweit gut vernetzt. In ein paar Monaten soll das Museum in einen 60 Millionen Euro teuren Neubau in die südliche Altstadt umziehen. Vorher befand es sich unter anderem im Kurfürstlichen Schloss. An dem neuen Standort sollen etwa 200.000 Ausstellungsstücke gezeigt werden.

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