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Die Mainzer CDU-Chefin Sabine Flegel sieht die Gründe vor allem in der Bundespolitik. Frust herrscht auch bei der CDU in Bad Kreuznach.

Von den zehn Wahlkreisen in der Region gingen neun Direktmandate an die SPD und der Wahlkreis Mainz 1 an die Grünen-Kandidatin Katharina Binz. Die CDU ging leer aus. Ein war ein enttäuschender Wahlabend für die Christdemokraten. In der Landeshauptstadt Mainz lag die CDU mit 21,5 Prozent in der Landeshauptstadt sogar noch deutlich unter dem Landessdurchschnitt (27,7 Prozent).

"Das ist einfach ernüchternd", sagt Sabine Flegel, Kreisvorsitzende der Mainzer CDU. Als Grund für das schwache Ergebnis der Christdemokraten in der Landeshauptstadt sieht Flegel vor allem die Impf- und Teststrategie der Bundesregierung. "Sie können sich hier auf den Domplatz stellen und Geld verschenken. Wenn in Berlin so viel schief läuft und eine Maskenaffäre dazu kommt, dann können Sie sich hier einen abstrampeln." Sie habe viel im Wahlkampf gemacht. Ihre Mainzer Direktkandidaten-Kollegen Gerd Schreiner und Hannsgeorg Schönig genauso, so die Kreisvorsitzende.

Flegel (27,1 Prozent) war im Wahlkreis Mainz 2 an Finanzministerin Doris Ahnen von der SPD (30,8 Prozent) gescheitert, Hannsgeorg Schönig (29,2 Prozent) im neuen Wahlkreis Mainz 3 am Gau-Bischofsheimer Bürgermeister Patric Müller (33,9 Prozent). Gerd Schreiner, Generalsekretär der rheinland-pfälzischen CDU, wurde im Wahlkreis Mainz 1 sogar nur Dritter: Katharina Binz von den Grünen (29,6 Prozent) und Johannes Klomann von der SPD (29,2 Prozent) lagen deutlich vor Schreiner (17,4 Prozent).

Flegel: "Natürlich liegt es auch an uns"

Flegel ist aber auch selbstkritisch und nimmt auch die beiden anderen Direktkandidaten mit ein: "Natürlich liegt es auch an uns. Ansonsten wäre das Ergebnis nicht so, wie es ist." Es sei aber noch schwer nachzuvollziehen, woran es genau lag. Deshalb werde die CDU das Ergebnis analysieren.

Flegel hadert aber außerdem mit der neuen Zusammenstellung ihres Wahlkreises Mainz 2: "Im alten Wahlkreis wären noch Finthen, Ebersheim, Lerchenberg und Drais dabei gewesen." Flegel sei klar gewesen, dass sie mit Doris Ahnen eine starke Gegnerin habe. Durch den neuen Wahlkreiszuschnitt seien aber auch noch konservative Stadtteile weggebrochen, so Flegel.

Frust auch bei CDU in Bad Kreuznach

Auch im Wahlkreis Bad Kreuznach hat der CDU-Kandidat Helmut Martin (32,1 Prozent) knapp gegen Michael Simon von der SPD (32,5 Prozent) verloren. 2016 hatte Julia Klöckner (CDU) den Wahlkreis Bad Kreuznach noch deutlich mit über sechs Prozentpunkten Unterschied gewonnen.

Für Martin ist das Ergebnis frustrierend. "Es ist schon immer ein stark umkämpfter Wahlkreis", sagt der CDU-Kandidat. "Vor fünf Jahren war noch kein AfD-Kandidat angetreten und der Kandidat der Freien Wähler, Herbert Drumm, ist in der Region auch sehr bekannt." Hinzu komme das landesweit sehr gute Abschneiden der SPD 

Martin bekomme dennoch aber auch viele Glückwünsche und freue sich, dass seine Arbeit honoriert wurde. Denn bei den Erststimmen lag Martin knapp vier Prozent über dem Ergebnis bei den Zweitstimmen. Über den Listenplatz ist er auch wieder in den Landtag eingezogen. "Ich freue mich, die Region dort weiter vertreten zu können."

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