Kommentar zur Schlüsselübergabe der Rheingoldhalle

Wirtschaftsdezernentin Matz nicht eingeladen: "Schlechter Stil im Mainzer Rathaus"

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Die Mainzer Rheingoldhalle ist saniert und bereit für rauschende Bälle und internationale Kongresse. Bei der Schlüsselübergabe war aber eher Kindergarten angesagt, denn eine wichtige Person durfte nicht mitspielen. Ein Kommentar von SWR-Redakteur Markus Volland.

Die Verantwortlichen im Mainzer Rathaus sind stolz auf ihre neue Rheingoldhalle. Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) wird dort, wenn es Corona wieder zulässt, große Veranstaltungen eröffnen. Auch Finanzdezernent Günter Beck (Grüne) ist richtig angetan vom Prunkstück Rheingoldhalle. Beide, Ebling und Beck, haben das bei der feierlichen Schlüsselübergabe Anfang der Woche mehrfach betont.

Portrait Markus Volland, Studio Mainz (Foto: SWR, Daniel Brusch)
SWR-Redakteur Markus Volland Daniel Brusch

Wirtschaftsdezernentin Matz war nicht eingeladen

Auch die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) freut sich, dass die Halle wieder für Veranstaltungen zur Verfügung steht. Kein Wunder, sie ist Wirtschaftsdezernentin und Aufsichtsratsvorsitzende der städtischen Gesellschaft, die die Halle vermarktet. Eingeladen zur Schlüsselübergabe war sie aber nicht.

Das ist - überspitzt - vergleichbar mit: Oberbürgermeister Ebling wird nicht eingeladen, wenn das Rathaus in ein paar Jahren saniert und wieder seiner Bestimmung übergeben wird. Oder: Sportdezernent Beck wird nicht eingeladen, wenn die geplante Großsporthalle für Mainz in ein paar Jahren fertig ist und eingeweiht wird.

Schlechter Stil und einer Stadtspitze unwürdig

Unfassbar: Nach drei Jahren im Amt als Wirtschaftsdezernentin macht es den Eindruck, dass Manuela Matz weitergehend ignoriert, dass ihre Zuständigkeit eingegrenzt und ihre Verantwortung klein gehalten wird. Der Grund liegt aus meiner Sicht klar auf der Hand. Als Mitglied der CDU ist Frau Matz nicht Teil der Mainzer Rathauskoalition, gehört damit zum politischen Gegner.

Allerdings wurde sie vom Stadtrat zur Wirtschaftsdezernentin gewählt und ist somit noch mindestens weitere fünf Jahre Teil des Stadtvorstands. Sie also weiterhin außen vor zu lassen, ist meiner Ansicht nach schlechter Stil und einer Stadtspitze unwürdig.

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