Ein Berg voller Schutt liegt zwischen entkernten Häusern (Foto: SWR)

Sondermüll im Rhein-Selz-Park

Niersteiner Ex-Bürgermeister zeigt Landrätin an

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Mehrfach hatte er es angekündigt, jetzt hat der ehemalige Bürgermeister von Nierstein, Thomas Günther, Anzeige gegen die Landrätin des Kreises Mainz-Bingen, Dorothea Schäfer, erstattet. Im Zusammenhang mit Sondermüll im Rhein-Selz-Park wirft er ihr Untätigkeit vor.

Seit Jahren lagert verseuchter Bauschutt auf dem Gelände des Rhein-Selz-Parks, sagt Thomas Günther (CDU) in einem Gespräch mit dem SWR.

Dieser war bei Bauarbeiten an Wohnhäusern der ehemaligen US-Kaserne angefallen. Sie sollten anfangs zu Urlaubsunterkünften für Menschen aus Kuwait hergerichtet werden. Später war der Plan, dort Wohnhäuser zu bauen.

Weil der Bebauungsplan aber gekippt wurde, kam es dann aber zu einem Baustopp, der bis heute andauert.

Asbesthaltige und krebserregende Stoffe

Vor den teilsanierten Wohnhäusern türmen sich seitdem meterhohe Schutthalden auf. Gutachten hatten ergeben, dass diese mit Asbest und anderen giftigen Stoffen belastet sind.

"Das gehört entsorgt oder zumindest abgedeckt" sagt Ex-Bürgermeister Günther. "Seit Jahren fällt da Regen drauf und schwemmt die Giftstoffe aus". Er habe die Kreisverwaltung mehrfach schriftlich auf die Missstände hingewiesen, gemacht worden sei aber nichts.

Im Oktober soll der Bauschutt entsorgt werden

Dem widerspricht die Kreisverwaltung. Man habe eine Spezialfirma beauftragt, heißt es in einer Mitteilung. Der Bauschutt sei nur gering belastet, eine Abdeckung nicht notwendig.

Die nächsten bewohnten Häuser seien kilometerweit entfernt. Für Menschen bestehe keine Gefahr. Derzeit werde an einem Konzept gearbeitet, im Oktober solle der Bauschutt abtransportiert und auf Sondermülldeponien entsorgt werden.

Von der Anzeige noch nichts Offizielles gehört

In der Kreisverwaltung hat man offiziell noch keine Kenntnis von Günthers Anzeige gegen Landrätin Dorothee Schäfer (CDU), so ein Sprecher.

Deshalb könne man sich auch noch nicht dazu äußern. Man warte jetzt erst einmal ab, ob sich die Staatsanwaltschaft oder die Polizei melden und eine Stellungnahme anfordern.

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