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Die Behindertenseelsorge des Bistums organisierte im Oktober eine Reise nach Italien. 28 Menschen waren mit dabei - 27 haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das Bistum bedauert die Geschehnisse, ist sich aber keiner Schuld bewusst.

Die "Allgemeine Zeitung Mainz" hatte zuerst über den Fall berichtet: Von Mitte Oktober bis Anfang November reiste eine Gruppe von behinderten Menschen mit ihren Angehörigen in die Toskana. Ein Angebot der Behindertenseelsorge des Bistums Mainz.

Nach der Rückkehr haben sich nach Angaben eines Bistumssprechers am 2. November alle Teilnehmer einem Coronatest unterzogen. 27 von 28 wurden positiv auf Covid-19 getestet. Laut Bistum ist eine Frau ernsthaft erkrankt und liegt in einer Klinik. Dies bedauere man zutiefst. Auch zwei Mitreisende seien vorübergehend im Krankenhaus behandelt worden. Derzeit befänden sich noch alle Reiseteilnehmer in häuslicher Quarantäne. Es bestehe intensiver Kontakt zum Gesundheitsamt.

Zwölf Reisende sind Risikopatienten

Die Teilnehmer der Reise waren zwischen 18 und 80 Jahren alt. Zwölf von ihnen gehören nach Auskunft des Bistums zu Risikogruppen, hätten sich aber freiwillig für die Reise entschieden. Die Toskana sei zu dem Zeitpunkt kein Risikogebiet gewesen und es habe ein umfangreiches Hygienekonzept gegeben, so das Bistum.

Organisiert worden sei die Reise von einer Agentur, die sich auf Reisen für Menschen mit Behinderungen spezialisiert habe. Im Hotel hätten nur Personen aus einem gemeinsamen Haushalt zusammen in einem Zimmer gewohnt, alle anderen in Einzelzimmern. Es habe auch keine weiteren Gäste gegeben, so der Bistumssprecher. Vom Hotel aus seien täglich touristische Ziele wie Florenz, Pisa und Siena angefahren worden. Auch dort seien die Vorschriften, wo unter anderem auch eine Maskenpflicht im Freien herrschte, eingehalten worden.

Eine Frau von Maskenpflicht befreit

Bis zur Rückkehr nach Deutschland solle es innerhalb der Reisegruppe keine Hinweise auf eine Ansteckung gegeben haben. Von wem die Infektion ausgegangen sei, sei unklar. Eine Teilnehmerin sei wegen Atemproblemen von der Maskenpflicht befreit gewesen - mit ärztlichem Attest.

Reise war von Mai verschoben worden

Reisen mit beeinträchtigten Menschen gehören zu den regelmäßigen Angeboten der Behindertenseelsorge im Bistum Mainz. Diese Reise sei eigentlich für Anfang Mai geplant gewesen, sei aber direkt nach Ausbruch der Pandemie auf den Oktober verschoben worden. Ursprünglich seien bedeutend mehr Personen angemeldet gewesen.

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