Das Übergangsquartier des Mainze Rathauses in der Großen Bleiche. (Foto: SWR)

Reaktionen auf Milliarden-Überschuss dank BioNTech

Unternehmen in Mainz begrüßen Senkung der Gewerbesteuer

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Die Stadt Mainz hat angekündigt, dank der Steuer-Millionen von BioNTech den Hebesatz für die Gewerbesteuer von jetzt 440 auf 310 Prozentpunkte zu senken. Die Unternehmen in Mainz können ihr Glück kaum fassen.

Wie Finanzdezernent Günter Beck (Bündnis 90/Die Grünen) am Dienstag mitteilte, sollen die Unternehmen durch die gesenkte Gewerbesteuer im nächsten Jahr um gut 350 Millionen Euro entlastet werden. Aber auch neue Firmen sollen mit der niedrigen Gewerbesteuer angelockt werden.

Die Stadt Mainz hat angekündigt, sich zu einem weltweit anerkannten Biotechnologiestandort entwickeln zu wollen. Sie nennt es Zukunftsprojekt "BioTechHub". Geplant seien rund 5.000 neue Arbeitsplätze, 30 Hektar Fläche für neue Unternehmen und ein Investitionsvolumen von rund 1 Milliarde Euro in den nächsten zehn Jahren.

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Laut der Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) wird der Wirtschaftsstandort Mainz mit dem Schwerpunkt Biotechnologie durch die aktuell sehr positive Entwicklung des Corona-Impfstoffentwicklers BioNTech gestärkt.

Bei der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen sieht man in der Ankündigung, Mainz zu einem Biotechnologie-Standort zu entwickeln, eine einmalige Chance. Wissenschaft, Politik und Wirtschaft müssten jetzt zusammenarbeiten.

Weitere Erfolgsgeschichten für Mainz

Ähnlich äußern sich die Fraktionsvorsitzenden der Ampel-Koalition im Mainzer Rathaus. Die Mainzer CDU teilte mit, es müssten neue Unternehmen angesiedelt werden, damit in Mainz noch viele weitere Erfolgsgeschichten ähnlich wie die von BioNTech geschrieben werden könnten.

Köbig spart fünfstellige Summe ein

"Wir freuen uns sehr über die Steuerentlastung! Das ist wirklich toll für die gesamte mittelständische Wirtschaft hier in Mainz", sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Baubedarfsfirma Köbig, Markus Thurn, dem SWR. Durch die Gewerbesteuersenkung werde Köbig im kommenden Jahr voraussichtlich eine hohe fünfstellige Summe einsparen. Das Geld werde man sehr gut investieren können, vor allem in den digitalen Ausbau innerhalb der Firma und in den Bereich Nachhaltigkeit, so Thurn.

Auch kleine Handwerksbetriebe profitieren

Auch für kleinere Handwerksbetriebe sei jede Steuererleichterung willkommen, so Thomas Neger, Chef der gleichnamigen Mainzer Dachdeckerfirma. Zwar seien mit dem dann Eingesparten keine riesigen Investitionen möglich, "aber steter Tropfen höhlt den Stein", sagte Neger.

Droht ein Wettbewerb zwischen Mainz und Ingelheim?

In Ingelheim liegt der Hebesatz bei der Gewerbesteuer schon lange bei 310 Prozentpunkten. Fürchtet die Stadt nun einen Konkurrenzkampf mit Mainz? "Nein", heißt es ganz klar von Ingelheims Oberbürgermeister Ralf Claus (SPD). Er erwarte keinen Wettbewerb um die niedrigste Gewerbesteuer in Rheinland-Pfalz. Ingelheim könne derzeit keine größeren Flächen für Firmenansiedlungen bereitstellen. Er freue sich demnach für die Stadt Mainz, dass diese die Möglichkeit habe.

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