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Wenn an der Theodor-Heuss-Brücke am Sonntag die Schranken runtergehen, sind einzelne Fastnachter die einzigen mit einer Ausnahmefahrgenehmigung. Das bringt Vertreter der regionalen Wirtschaft auf die Palme.

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Sendedatum
Sendezeit
19:57 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Vertreter der regionalen Wirtschaft auf beiden Rheinseiten haben besorgt auf die Regelungen zur Sperrung der Mainzer Theodor-Heuss-Brücke reagiert. Die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern Wiesbaden und Rheinhessen fordern für ihre Betriebe unbürokratische und schnelle Ausnahmegenehmigungen von der Stadt Mainz.

Ausnahmegenehmigungen nur für Fastnachter

Diese wird es nach Angaben der Mainzer Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) aber nicht geben. Sie hatte am Dienstag angekündigt, dass neben dem ÖPNV, Taxis, Rettungsdiensten, Radfahrern und Fußgängern einzig Fastnachter mit Ausnahmegenehmigungen mit dem Auto die Brücke passieren dürfen.

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Wirtschaft fühlt sich übergangen

Man sei sehr enttäuscht, dass die Belange der regionalen Wirtschaft nicht berücksichtigt worden seien, so der Geschäftsführer der IHK Rheinhessen, Günter Jertz. Niemand von der Stadt Mainz habe im Vorfeld mit ihnen gesprochen, man erfahre nur aus den Medien, wann und wie die Sperrung ablaufe.

Kleine Betriebe müssten ihre komplette Logistik neu organisieren, durch den Umweg und durch Staus müsse man zusätzliche Fahrzeiten von bis zu einer Stunde einplanen. Dies ärgere die Handwerker natürlich.

Man wolle die Fastnachtsvereine nicht diskreditieren, aber man hätte sich auch gewünscht, dass auch der ein oder andere Mittelständler mit seinem Firmenwagen die Chance bekommen hätte, die Brücke zu überqueren.

Falscher Zeitpunkt für Sperrung?

Die Handwerkskammern kritisieren außerdem, dass mit den Sanierungsarbeiten erst nach den hessischen Schulferien begonnen werde. Diese enden mit der Brückensperrung am Sonntag (12. Januar), deshalb müsste ab Montag mit deutlich mehr Verkehr gerechnet werden.

Beide Handwerkskammern unterstreichen in einer gemeinsamen Erklärung noch einmal ihre Forderung nach zusätzlichen Rheinbrücken, zwischen Mainz und Wiesbaden sowie zwischen Rüdesheim und Bingen.

Fastnachter freuen sich

Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) begrüßt die Entscheidung, dass Fastnachter die gesperrte Theodor-Heuss-Brücke mit einer Ausnahmegenehmigung befahren dürfen. MCV-Präsident Reinhard Urban sagte dem SWR, das sei ein sehr guter Schritt. Man habe sehr viele Gruppen und Einzelpersonen, die diesseits und jenseits des Rheins in der Fastnachtszeit arbeiteten.

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