Diana Gläßer ist die Queer-Beauftragte für die Polizei in Rheinland-Pfalz. (Foto: SWR)

Beauftragte der rheinland-pfälzischen Polizei

Mainzer Polizistin setzt sich für queere Menschen ein

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Es ist Hasskriminalität, wenn Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung angegriffen oder beleidigt werden. Für die Opfer gibt es bei der Polizei eine spezielle Anlaufstelle.

Diana Gläßer hat eine kleine Regenbogen-Fahne auf ihre Polizei-Uniform gepinnt. Die Fahne ist das Symbol der queeren Szene und macht gleich klar, was das Herzensanliegen der Hauptkommissarin ist. Seit 2017 betreut sie die landesweite Ansprechstelle der Polizei für lesbische, schwule, bisexuelle, transidente und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI*), auch zusammengefasst unter dem englischen Begriff "queer".

Den Opfern helfen

Betroffene können mit Diana Gläßer persönlich über E-Mail (as.lsbti@polizei.rlp.de) Kontakt aufnehmen. Vielen Opfern fällt es leichter, sich einer Person anzuvertrauen, die darauf spezialisiert ist und das entsprechende Wissen über queere Themen mitbringt, erzählt Diana Gläßer. "Die Menschen müssen sich so auch nicht auf einer Dienststelle outen, online ist die Schwelle nicht so hoch, eine Anzeige zu erstatten." Auch im persönlichen Kontakt ist Diana Gläßer Ansprechpartnerin für viele queere Menschen. Da sie selbst lesbisch ist und gerade in der queeren Gesellschaft in Mainz gut vernetzt ist, wird sie bei Polizei-Themen häufig kontaktiert, erzählt sie.

Queer-feindliche Straftaten nehmen zu

Im vergangenen Jahr wurden 25 queer-feindliche Straftaten angezeigt, deutlich mehr als in den Jahren zuvor, sagt Diana Gläßer. Dazu gehörten Beleidigungen, Körperverletzungen oder das Verbrennen der Regenbogenfahne. Gläßer führt es zum einen darauf zurück, dass die Ansprechstelle LSBTI* bekannter geworden sei. Gleichzeitig gebe es aber auch mehr Hasskriminalität, weil die Rechte queerer Menschen mehr thematisiert würden – das provoziere Gegner der Szene und führe zu Straftaten.

Angriff auf ein lesbisches Pärchen

Die schlimmste Straftat in letzter Zeit sei der Angriff auf ein lesbisches Paar in der Mainzer Innenstadt gewesen. Ein Mann habe die beiden Frauen beleidigt, erzählt die Hauptkommissarin. Eine der Frauen habe sich dagegen gewehrt. „Sie wurde verprügelt und erlitt einen Jochbein- und einen Kieferbruch“, so Gläßer. Der Täter wurde nicht gefasst.

Ziel der Queer-Beauftragten: Vorurteile abbauen

Die 39-jährige Diana Gläßer ist Dienstgruppenleiterin bei der Polizeiinspektion 2 in Mainz. Ein Viertel ihrer Arbeitszeit verbringt sie mit Mails und Anfragen, die sie über die Ansprechstelle LSBTI* erreichen. Sie sieht einen Teil ihrer Aufgabe auch darin, mit Vorurteilen aufzuräumen und Kolleginnen und Kollegen über queere Themen zu informieren.

So hält sie unter anderem Vorträge in der Hochschule der Polizei. Gleichzeitig gibt es umgekehrt auch in der queeren Szene Vorurteile gegenüber der Polizei. Es herrsche häufig noch großes Misstrauen, weil Homosexualität bis 1994 unter Strafe stand und schwule Männer von der Polizei verfolgt wurden. Das sei ein Spannungsfeld, berichtet sie.

Zukunftsorientierte Polizei

Gläßer betont, dass die Polizei selbst dafür wirbt, für alle Bürgerinnen und Bürger da zu sein. Das umfasse somit auch queere Menschen. Innerhalb der Polizei müsse eine Auseinandersetzung mit dem Queer-Sein stattfinden. "Dazu gehört auch Fachwissen, z.B. was es bedeutet, trans- oder intergeschlechtlich zu sein. Ich möchte dabei helfen, dieses Wissen in die Polizei zu tragen und somit eine zukunfts-orientierte Polizei zu schaffen."

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