Der Angeklagte  und sein Verteidiger beim Prozessauftakt (Foto: SWR, Judith Seitz)

Gefängnisstrafe

Brandstiftung in Mainzer Hochhaus: Angeklagter verurteilt

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Ein 46-Jähriger Mann, der Feuer in einem Hochhaus in Mainz-Gonsenheim gelegt hat, ist vom Mainzer Amtsgericht verurteilt worden.

Drei Jahre und sechs Monate muss der Angeklagte wegen schwerer Brandstiftung ins Gefängnis. Der Richter sagte in seiner Urteilsbegründung, es sei großes Glück, dass durch das Feuer niemand verletzt oder gar getötet worden sei. In dem Hochhaus lebten immerhin 160 Menschen.

Hoher Sachschaden

Durch den Brand sei aber großer Sachschaden entstanden, geschätzt etwa 800.000 Euro. Dass der Verurteilte zur Tatzeit Alkohol getrunken und Drogen genommen hatte, spielte für das Urteil nach Gerichtsangaben keine Rolle.

Geständnis zu Beginn der Verhandlung

Gleich zu Beginn des Prozesses am Dienstagmorgen hatte der Angeklagte gestanden. Er sagte, er wisse nicht, was in ihn gefahren sei. Es tue ihm leid. Er sei frustriert gewesen, weil er nicht in der Wohnung seiner verstorbenen Partnerin habe bleiben dürfen. Unter Alkohol- und Drogeneinfluss habe er an einer Tankstelle Benzin gekauft und damit die Wohnung angezündet.

Seine Partnerin sei drei Wochen vor der Tat gestorben. Er habe die letzten eineinhalb Jahre bei ihr gelebt. Nach ihrem Tod wäre er gerne in der Wohnung geblieben, das habe der Vermieter jedoch abgelehnt. Am Tattag habe er bereits nach dem Aufstehen Bier getrunken und Drogen genommen. Dann habe er an einer Tankstelle drei Liter Benzin gekauft und damit die Wohnung angezündet.

Brand in Hochhaus in der Elsa-Brandström-Straße (Foto: SWR)
Im Juni hatte es in diesem Hochhaus in der Elsa-Brändström-Straße gebrannt.

"Das war dumm von mir", so der Angeklagte vor Gericht. Auf Nachfrage sagte er, dass er sich keine Gedanken darüber gemacht habe, wie groß das Haus sei und wie viele Menschen dort lebten. Zwei Bewohner kamen aufgrund des Feuers mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus

Nach der Tat habe er sich in einen Park gesetzt, habe weiter Alkohol getrunken und mit seiner Mutter und seiner Schwester telefoniert. Diese habe dann die Polizei informiert. Er habe sich dann gestellt.

Mainz

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