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Die Bischofskonferenz war noch nicht losgegangen, da gab es schon Protest am Mainzer Dom. Katholische Frauen fordern mehr Gleichberechtigung und haben tausende Unterschriften gesammelt.

"Für eine geschlechtergerechte und glaubwürdige Kirche" - unter diesem Motto haben die katholischen Frauenverbände mehr als 130.000 Unterschriften gesammelt. Kurz vor Beginn der Bischofskonferenz in Mainz übergaben sie die Liste den Bischöfen und forderten sie auf, die Mehrheit der Basis ernst zu nehmen.

Kirchenfrauen protestieren am Rande der Mainzer Bischofskonferenz (Foto: SWR)
Katholische Frauenverbände und Reformbewegungen wie "Maria 2.0" wollen die Rolle der Frau in der Kirche stärken.

Alle kirchlichen Ämter müssten endlich auch für Frauen geöffnet werden, so die Hauptforderung der Protestantinnen. In den Gemeinden herrsche eine wachsende Wut und Verzweiflung, sagte Edeltraud Hann vom Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB). Die Enttäuschung sei besonders bei älteren Frauen groß, die schon lange vergeblich auf Veränderungen gehofft hätten. Die jüngeren hätten dagegen meist jedes Interesse an der katholischen Kirche verloren.

"Wir Frauen sind nicht Christen zweiter Klasse."

Edeltraud Hann, Katholischer Deutscher Frauenbund

Auch die Bewegung "Maria 2.0", die unter anderem im rheinhessichen Nieder-Olm aktiv ist, hofft auf Veränderung in der katholischen Kirche. Im vergangenen Jahr hatten die Frauen der katholischen Kirchengemeinde eine Woche lang gestreikt, gebracht habe das bisher nichts.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

"Was ich mir wirklich erhofft hatte, dass sich mehr Priester und Bischöfe solidarisieren und auch sagen, dass sich etwas ändern muss. Das was im Moment ist, hat wenig mit der Botschaft Jesus zu tun."

Andrea Keber, Katholikin aus Nieder-Olm

Denn für Jesus, so ist es in der Bibel zu lesen, waren alle Menschen gleich. Deswegen wollen die katholischen Frauen mit ihrem Protest und ihrer Unterschriftensammlung Druck machen und hoffen auf einen Reformer als neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Die Wahl steht am Dienstag an.

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