STAND

Im Paketzentrum der Post in Saulheim (Kreis Alzey-Worms) beteiligt sich seit Donnerstagabend ein Teil der Mitarbeiter an bundesweiten Warnstreiks. Auch der Zustellstützpunkt Wöllstein in Rheinhessen ist betroffen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte Beschäftigte des Paketzentrums Saulheim dazu aufgerufen, ab Donnerstagabend 22 Uhr die Arbeit niederzulegen. Verdi rechnet damit, dass sich insgesamt 20-30 Beschäftigte beteiligen. Dadurch könnte es vereinzelt Verzögerungen bei der Auslieferung von Paketen geben. Im Paketzentrum Saulheim arbeiten 350 Menschen in zwei Schichten.

Gewerkschaft Verdi: Beschäftigte am Erfolg beteiligen

Verdi fordert für die bundesweit rund 140.000 Tarifbeschäftigten bei der Post eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent. Auszubildende sollen 90 Euro mehr im Monat bekommen. Die Post hat Verdi zufolge bislang eine Lohnerhöhung von anderthalb Prozent in Aussicht gestellt. Ein konkretes Angebot will sie nach eigenen Angaben in der dritten Verhandlungsrunde ab 21. September vorlegen.

Die Post habe ihren Gewinn im Brief- und Paketbereich im ersten Halbjahr deutlich steigern können, so Tanja Lauer, die Landesfachbereichsleiterin von Verdi in Rheinland-Pfalz. Nun müssten auch die Beschäftigten an diesem Erfolg beteiligt werden, zumal sie seit Beginn der Corona-Krise tagtäglich am Leistungslimit arbeiteten. Sie hätten in der Krise geliefert und seien jetzt mal dran.

Paketzentrum Saulheim von oben  (Foto: SWR)
Das Paketzentrum in Saulheim im Kreis Alzey-Worms gibt es seit 25 Jahren.

Maximale Auslastung wegen Corona

Während des Lockdowns, als die Geschäfte geschlossen waren und viele Menschen zu Hause blieben, wurde mehr als sonst im Internet eingekauft. Und das bekamen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Saulheim zu spüren. Denn an normalen Tagen werden in dem Paketzentrum etwa 300.000 Sendungen bearbeitet. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers waren es damals aber an die 550.000 Pakete am Tag. Eine Menge, die sonst nur an Weihnachten erreicht werde.

Pakete im Trend

Laut Deutsche Post DHL Group gibt es einen anhaltenden Trend, dass immer mehr Päckchen und weniger Briefe verschickt werden. Dazu passen auch die Geschäftszahlen. Denn trotz der Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie stieg der Umsatz im zweiten Quartal 2020 nach eigenen Angaben im Vergleich zum Vorjahr um etwa drei Prozent auf 16 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis habe sich um knapp 19 Prozent auf 912 Millionen Euro verbessert.

STAND
AUTOR/IN