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Peter Kohlgraf hatte als Nachfolger von Karl Kardinal Lehmann ein gewaltiges Erbe anzutreten. Das bekam der Kölner mit seiner freundlichen Art sehr gut hin. Zudem lacht Kohlgraf gerne - nicht nur in der Fastnacht.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf  (Foto: SWR)
Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf

Vor zweieinhalb Jahren trat der rheinische Maurersohn Peter Kohlgraf ein gewaltiges Erbe an: Er folgte als Bischof von Mainz auf Kardinal Karl Lehmann, der fast 33 Jahre Chef der traditionsreichen Diözese und mehr als zwei Jahrzehnte Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz war. Doch der Kölner nahm sich den Druck: "Ein Bischof bleibt ein normaler Mensch, der Hilfe und Weggefährten braucht", sagte er. Und ein Bischof sei "nicht heiliger" als andere.

Zuvor hatte Kohlgraf an der Katholischen Hochschule Mainz Theologie gelehrt. Er befasste sich mit Vergeben und Verzeihen in Paarbeziehungen, Notfallseelsorge und Fragen zur Zukunft christlicher Gemeinden vor dem Hintergrund des Priestermangels. Seine Grundüberzeugung ist Titel einer Veröffentlichung: "Nur eine dienende Kirche dient der Welt."

Dauer

In den ersten Jahren besuchte er alle 20 Dekanate, wobei er sich ungekünstelt und zugänglich zeigte. Beharrlich warb er dabei für eine menschenfreundliche Kirche, in der "lieblose Urteile und Verurteilungen" keinen Platz hätten. Wie Papst Franziskus will Kohlgraf an die Ränder gehen. "Die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen, war nie katholisch." In Mainz ist der 52-Jährige, der als freundlich und kommunikativ gilt und über sich selbst lachen kann, nicht selten auf dem Fahrrad zu sehen.

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