Eine große Papierrolle (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Oliver Berg)

Weltweit gestiegene Nachfrage nach Papier

Papiermangel trifft Druckereien in Rheinhessen

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Viele Druckereien in Rheinhessen leiden unter dem weltweiten Papiermangel. Teilweise müssen sie Aufträge ablehnen oder verschieben und deutlich höhere Preise bei den Papierfabriken zahlen.  

So heißt es etwa von der Druckerei machflyer in Mainz, Aufträge mit größeren Stückzahlen könnten zum Teil nicht erfüllt werden. Das führe natürlich auch zu finanziellen Einbußen. Außerdem gebe es derzeit Preissteigerungen, wie er sie noch nie erlebt habe, so Geschäftsführer Alexander Lindner. 

Bei Copyprint Mainz heißt es, sie bekämen zwar noch Papier, aber ihr Großhändler habe jetzt schon zum dritten Mal dieses Jahr die Preise erhöht.  Deshalb müssten sie jetzt demnächst wohl auch zum ersten Mal seit vielen Jahren die Preise für die Kunden etwas anpassen. 

Lagerbestände gehen zur Neige

Die VRM Druck GmbH, die beispielweise die Mainzer Allgemeine Zeitung druckt, kann den aktuellen Papiermangel derzeit noch durch Lagerbestände ausgleichen. Das funktioniere aber nicht mehr lange, so Geschäftsführer Martin Kümmerling. Deshalb müsse parallel Papier gespart werden, Eigenwerbung und Sonderproduktionen würden heruntergefahren. Er gehe davon aus, dass diese Situation noch monatelang andauern wird und dass die Preise sich sogar verdoppeln werden. 

Papierfabriken steigen auf Verpackungsmaterial um

Ein Grund für den weltweiten Papiermangel ist, dass viele Papierfabriken ihre Produktion auf Verpackungen für den boomenden Versandhandel umgestellt haben. Außerdem gibt es Lieferprobleme beim Rohstoff Zellstoff, weil die Schiffscontainerbranche brach liegt. 

Speziell die Zeitungen hätten das Problem, dass Altpapier fehle, aus dem sie gemacht werden, so VRM-Druck-Geschäftsführer Kümmerling. Ein Grund dafür ist, dass in der Corona-Pandemie viele Unternehmen auf Zeitungsanzeigen verzichtet haben. Es wurden weniger Kataloge und Prospekte gedruckt. Das Altpapier dieser Erzeugnisse fehlt nun den Papierfabriken, um neues Recyclingpapier herzustellen. 

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