Opel-Werk in Rüsselsheim (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Arne Dedert/dpa)

Mutterkonzern Stellantis gibt Pläne auf

Stammwerk Rüsselsheim soll doch Teil von Opel bleiben

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Die Proteste der Belegschaft haben offenbar Wirkung gezeigt: Die Opel-Mutter Stellantis wird das Opel-Werk im hessischen Rüsselsheim nun doch nicht abspalten.

Die Astra-Fabrik am Stammsitz Rüsselsheim sowie das Werk im thüringischen Eisenach sollen innerhalb der deutschen Opel Automobile GmbH weitergeführt werden, wie die Unternehmen und die IG Metall am Mittwoch berichteten. Man habe einen entsprechenden Tarifvertrag abgeschlossen. Bei Opel in Rüsselsheim arbeiten auch viele Menschen aus Rheinland-Pfalz.

IG Metall: "Opel-Zerschlagung verhindert"

Die IG Metall zeigte sich erfreut über die Entscheidung: Man habe die "Ausgliederung und Zerschlagung" von Opel verhindert und die Beschäftigung abgesichert, erklärte der Vorsitzende des IG Metall-Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger. Er fügte an: "Ich hoffe, dass das Management in Zukunft das Unternehmen konstruktiver und transparenter lenkt und Opel ab jetzt nur noch mit innovativen Fahrzeugen die Beschäftigten und die Öffentlichkeit begeistert."

Die IG Metall und die Betriebsräte hatten bei der angekündigten Ausgliederung um ihre Mitbestimmungsrechte gefürchtet. Dabei hatten die Arbeitnehmer auch Unterstützung der Landesregierungen von Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen, deren Wirtschaftsminister sich am Freitag mit Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz besprechen wollen. Opel hat noch in Kaiserslautern ein Komponentenwerk.

Rüsselsheim/Kaiserslautern

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Dreyer begrüßt Entscheidung von Stellantis

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) begrüßten die Entscheidung gegen die Ausgliederung. "Die Opel-Werke sind wichtige Arbeitgeber und haben großen Einfluss auf den Wohlstand der betroffenen Regionen", erklärten die drei. Die geplante Ausgliederung sowie ein viermonatiger Produktionsstopp in Eisenach hätten für Zweifel und Unsicherheit in der Bevölkerung gesorgt. "Umso mehr begrüßen wir, dass Stellantis den Standorten eine klare Zukunftsperspektive gibt."

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SWR