Logo und Schriftzug von "Opel" am Werk Rüsselsheim (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Silas Stein/dpa)

Stellen in Rüsselsheim in Gefahr

Opel droht Entwicklern, Stellen nach Marokko zu verlagern

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Stellantis plant offenbar einen weiteren Stellenabau bei der Konzerntochter Opel in Rüsselsheim. Laut Opel-Betriebsrat ist geplant, Teile des Entwicklungszentrums nach Marokko zu verlagern.

Laut einer Mitarbeiter-Info des Opel-Betriebsrats sei Beschäftigten des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim in Personalgesprächen gedroht worden, ihre Aufgaben aus Kostengründen nach Marokko zu verlagern. Sie sollten sich nach einer neuen Tätigkeit umsehen. Zuvor hatten die Zeitungen der VRM-Gruppe und die "Wirtschaftswoche" darüber berichtet. Stellantis äußerte sich am Mittwoch zunächst nicht zu den Informationen.

Opel-Mitarbeitervertretung: Rechtliche Schritte eingeleitet

Die Mitarbeitervertretung sieht sich in ihren Mitbestimmungsrechten verletzt, zumal auch im Einkauf umfassende und nicht abgestimmte Präsentationen über eine neue Organisationsstruktur vorgestellt worden seien.

"Es verdichten sich die Hinweise, dass die nächste Stellantis-Reorganisation nicht nur bevorsteht, sondern teilweise in Bereichen schon rechtswidrig ohne vorherige Information, Beratung und Verhandlung mit der Arbeitnehmervertretung umgesetzt werden soll", heißt es in dem Info-Schreiben. Rechtliche Schritte seien eingeleitet.

Kritik der Länderchefs

Nach Informationen der "Allgemeinen Zeitung" wollen die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen, Malu Dreyer (SPD), Volker Bouffier (CDU) und Bodo Ramelow (Die Linke) sich deshalb an den Stellantis-Vorstandschef Carlos Tavares wenden. Sie kritisieren "eine ihrer Auffassung nach mangelhafte Kommunikation von Stellantis sowie die Pläne zur Ausgliederung der Opel-Werke in Rüsselsheim und Eisenach und heben die Bedeutung der Standorte für die Bundesländer hervor".

IG Metall plant Protestaktion

In der vergangenen Woche waren Stellantis-Pläne bekannt geworden, die beiden Produktionswerke Rüsselsheim und Eisenach aus der Opel Automobile GmbH herauszulösen. Für den 29. Oktober hat die IG Metall Protestaktionen angekündigt. Die drohende Zerschlagung diene einzig und allein dem Ziel, die erfolgreiche Mitbestimmung in Deutschland zu schwächen, hatte Opel-Betriebsratschef Uwe Baum am vergangenen Freitag erklärt.

Harter Sanierungskurs bei Opel

Die frühere General-Motors-Tochter Opel war 2017 von der Peugeot-Mutter PSA übernommen worden. Diese wiederum ist in diesem Jahr mit Fiat-Chrysler zum Stellantis-Konzern mit Sitz in Amsterdam fusioniert. Das Unternehmen ist der viertgrößte Autohersteller der Welt und wird vom früheren PSA-Chef Carlos Tavares geführt. Bei dem harten Sanierungskurs für Opel hat die IG Metall einen Kündigungsschutz bis Juli 2025 für die Beschäftigten vereinbart.

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