Mainzer Studierende helfen als Rettungssanitäter im Ukraine-Krieg. (Foto: Pressestelle, DRK)

Einsatz als Sanitäter für Kriegsverletzte

Direkt an der Front: Mainzer Studierende helfen in der Ukraine

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Rouven Höll und Christina Matthias studieren in Mainz Medizin und sind Notfallsanitäter beim DRK-Ortsverein Mainz-Hechtsheim. Im April und Mai waren sie wochenlang in der Ukraine im Rettungseinsatz.

Als die Anfrage kam, in der Ukraine im Auftrag des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes zu helfen, musste Christina Matthias nicht lange überlegen. Ihr Bauchgefühl habe ihr schnell gesagt, dass der Einsatz eine gute Sache sei, so Matthias. In den südukrainischen Städten Odessa und Mykolajiw sollten die beide Mainzer Notfallsanitäter und Medizinstudenten Menschen in Not helfen.

"Als dann der Anruf kam, ob ich wirklich mitkommen kann, habe ich erstmal Panik bekommen."

Die 26-jährige Mainzerin sagt, dass sie mit dem, was sie durch ihre medizinische Ausbildung weiß, zumindest im Kleinen helfen könne. Deshalb wollte sie in die Ukraine fahren. "Als dann aber der Anruf kam, ob ich wirklich mitkommen kann, habe ich erstmal Panik bekommen. Da dachte ich, hab ich mir das wirklich gut überlegt? Aber vom Bauchgefühl her stand es eigentlich schon fest."

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Notfallsanitäter versorgten Verwundete

Die beiden Notfallsanitäter haben im Kriegsgebiet Verwundete versorgt und transportiert, aber auch viele Krankentransporte von pflegebedürftigen und chronisch kranken Menschen gemacht. Außerdem haben sie Patienten, die in Krankenhäusern nahe an der Front lagen, in andere Krankenhäuser verlegt.

Mainzer Medizinstudenten helfen für das DRK im Ukraine-Krieg. (Foto: Pressestelle, DRK)
Mainzer Medizinstudenten helfen für das DRK im Ukraine-Krieg. Pressestelle DRK

Angst nach nächtlichem Bombenangriff

Eine Nacht ihres Ukraine-Einsatzes ist Christina Matthias besonders in Erinnerung geblieben: als Bomben fielen. "In der Situation hatte ich richtig Angst und habe gemerkt, dass ist gerade richtig blöd für mich persönlich. Das ist mir natürlich in Erinnerung geblieben, dass ich akut Angst um mein Leben hatte," sagt die 26-Jährige.

Das Team vor Ort habe sehr gut zusammengehalten, so Christina Matthias. Man habe immer mit Kollegen und Kolleginnen sprechen können, wenn die Zerstörung und das ganze Leid zu viel wurden. Generell sei sie sehr von den ukrainischen Menschen beeindruckt, die in ihrem Land bleiben, ohne es zu müssen. Sie habe die Menschen als unglaublich stark empfunden, wie sie durchhalten jeden Tag.

DRK-Rettungseinsatz von Mainzer Studenten im Ukraine-Krieg. (Foto: Pressestelle, DRK)
DRK-Rettungseinsatz von Mainzer Studenten im Ukraine-Krieg. Pressestelle DRK

Einsatz in Frontnähe zu Russland zu gefährlich

Der Mainzer Medizinstudent Rouven Höll erzählt von einem für ihn sehr belastenden Einsatz. Ein Mann habe angerufen und um Hilfe gebeten. Er sei von einer Granate getroffen worden und habe dabei beide Beine verloren. Das Team wollte dem Mann helfen, durfte aber nicht raus fahren, weil es zu gefährlich war. "Das war nur 20 Kilometer weg von Mykolajiw, aber wir durften nicht hin. Das war für uns sehr belastend in dem Moment. Man hat das Wissen und das Material und kann nicht helfen, weil wir uns damit selbst in Gefahr gebracht hätten, weil es hinter der Front war."

Die beiden Mainzer würden ohne zu zögern für einen weiteren Einsatz wieder in die Ukraine zurückkehren. Die ukrainischen Kollegen seien sehr dankbar gewesen. Christina Matthias sagt, sie habe das Gefühl, dass sie dort wirklich etwas bewegt habe.

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