Ein Autofahrer sieht einen Drängler im Seitenspiegel, der viel zu dicht auffährt.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marcus Führer)

Schon wieder Verkehrs-Rowdy unterwegs

Drängler verursacht Unfall auf der A60 bei Ingelheim

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Immer öfter drängeln Autofahrer im Straßenverkehr. Auf der A60 bei Ingelheim wurde jetzt eine Frau ausgebremst, sodass sie die Kontrolle über ihren Wagen verlor und gegen die Leitplanke prallte.

Der Vorfall passierte am Donnerstagvormittag auf der A60 bei Ingelheim. Laut Polizei bedrängte der Fahrer eines weißen Mercedes-Kombi eine Autofahrerin auf der linken Spur. Die Frau habe daraufhin auf die rechte Spur gewechselt.

Frau verliert Kontrolle über ihren Wagen

Der Mercedes-Fahrer habe dann die 56-jährige Frau überholt und sei auch auf die rechte Spur gefahren, so die Polizei. Dabei soll er plötzlich vor der Frau stark abgebremst haben. Laut Polizei musste die Autofahrerin ausweichen. Dabei habe sie die Kontrolle über ihren Pkw verloren. Sie sei dann gegen die Leitplanke geprallt. Der Mercedes-Fahrer flüchtete von der Unfallstelle.

Totalschaden und leichte Verletzungen

Ein Drängler hat auf der A60 bei Ingelheim einen Verkehrsunfall verursacht. (Foto: Polizeiautobahnstation Heidesheim)
Ein Drängler hat auf der A60 bei Ingelheim einen Verkehrsunfall verursacht. Polizeiautobahnstation Heidesheim

Die 56-Jährige erlitt leichte Verletzungen. An ihrem Pkw entstand ein Totalschaden. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden an ihrem Auto und an der Leitplanke auf 10.000 Euro. Die Autobahnpolizei Heidesheim sucht jetzt Zeugen, die Hinweise auf den Fahrer oder die Fahrerin des weißen Mercedes-Kombi geben können.

Gefährliche Drängler immer öfter unterwegs
 

Schon am Dienstagnachmittag ist ein Autofahrer mit seinem gefährlichen Fahrstil aufgefallen. Bei der Autobahnpolizei Gau-Bickelheim gingen mehrere Notrufe hintereinander ein. Die Anrufer meldeten ein goldfarbenes Auto, das sie auf der A63 zwischen Mainz und Alzey bedrängt und in Gefahr gebracht habe.

Gefährliche Überholmanöver

Mehrfach soll der Autofahrer andere Verkehrsteilnehmende rechts über den Standstreifen überholt haben. Zudem wechselte er laut Polizei knapp die Fahrstreifen und zwang die anderen Fahrer abzubremsen.

Außerdem schilderten die Autofahrer, dass der Mann ihnen mit seinem Wagen dicht aufgefahren sei. Dabei habe er ständig links geblinkt und mehrfach die Lichthupe betätigt.

Streife konnte Drängler anhalten

Eine Streife der Autobahnpolizei Gau-Bickelheim wurde daraufhin sofort alarmiert und konnte den Drängler an der Anschlussstelle Göllheim stoppen. Gegen den 35-jährigen Mann ist eine Strafanzeige wegen Nötigung im Straßenverkehr erstattet worden.

Die Autobahnpolizei Gau-Bickelheim sucht jetzt Zeugen für die Vorfälle. Wer sich von dem Autofahrer bedrängt gefühlt habe, soll sich bei der Autobahnpolizei melden.

Immer mehr Rowdys auf den Straßen unterwegs

Kommissar Christof Diekmann von der Autobahnpolizei Gau-Bickelheim sagt, dass im Moment immer mehr Anzeigen wegen Nötigung im Straßenverkehr eingehen. Die A63 und die A61 zwischen Bad Kreuznach und dem Autobahnkreuz Alzey sei eine beliebte Strecke für Raser, weil es dort meist keine Geschwindigkeitsbegrenzung gebe. "Heftige Unfälle sind aber – Gott sei dank – eher selten“, so Kommissar Diekmann.

Drängel-Opfer sollen Ruhe bewahren

Wer auf der Autobahn oder auf der Straße von anderen Verkehrsteilnehmerinnen oder Verkehrsteilnehmern bedrängt werde, sollte auf keinen Fall aggressiv reagieren, rät Diekmann.

"Niemals Feuer mit Feuer bekämpfen."

Die Gefahr sei zu groß, dass man selbst eine Straftat begehe, wenn man beispielsweise abrupt abbremse. Stattdessen rät die Autobahnpolizei, entweder das eigene Überholmanöver in Ruhe abzuschließen oder nachzugeben.

Außerdem sollten sich Beifahrerinnen und Beifahrer am besten sofort bei der Polizei melden. Je mehr Meldungen bei der Polizei eingingen, desto schneller könnten die Beamtinnen und Beamten den Drängler erwischen. Sehr gut sei es auch, wenn die Beifahrer den Autofahrer bei seinen gefährlichen Manövern filmen würden. Mit dem Fahrverhalten und dem Nummernschild auf dem Video könnte der Täter schnell überführt werden.

"Eigentlich können wir jeden Drängler, der auf der Straße ist, auch abfangen.“

Drängler streiten meist alles ab

Die meisten Drängler würden alle Vorwürfe von sich weisen, wenn sie gestoppt werden, sagt Kommissar Diekmann. Viele sagten, sie hätten gar nichts mitbekommen.

Sie hätten nur einmal die Lichthupe betätigt, der Abstand sei nur so gering, weil der Autofahrer vor ihnen plötzlich langsamer gefahren sei - solche Ausreden höre die Polizei oft.

Strafen für Drängler sind zu gering

Die Drängler erwarte meist eine Anzeige wegen Nötigung im Straßenverkehr, sagt Kommissar Diekmann. Meistens käme ein Bußgeld heraus. Je nach Einkommen und Schwere der Tat würden mindestens 500 Euro Geldbuße fällig.

Gefängnisstrafen oder Führerscheinentzug gebe es für Drängler nicht. Kommissar Diekmann empfindet die Strafen für solche Autofahrer als zu gering. "Im europäischen Ausland sind sie wesentlich höher", sagt er. Er würde sich wünschen, dass es auch in Deutschland schärfere Strafen gebe. "Nur dann würden die Leute aufhören, im Straßenverkehr andere zu bedrängen", meint Kommissar Diekmann.

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