Journalisten stehen vor der Zentrale von Biontech.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Boris Roessler)

Woche der Nobelpreise

Kein Medizin-Nobelpreis für die Mainzer Forscher von Biontech

STAND

Es wäre zu schön gewesen: Die Forscher des Mainzer Unternehmens Biontech waren Anwärter für den Medizin-Nobelpreis. Doch dieser geht in diesem Jahr an die Forscher David Julius und Ardem Patapoutian.

Das Mainzer Unternehmen Biontech hatte vergangenes Jahr die erste zugelassene mRNa-Impfung gegen Covid-19 entwickelt. Vielerorts wurde deshalb die Frage gestellt: Ist es schon an der Zeit für einen Nobelpreis für die Forscherinnen und Forscher hinter dem wissenschaftlichen Durchbruch? Doch das Nobelpreis-Komitee in Stockholm hat anders entschieden. Der Medizin-Nobelpreis geht an den US-Amerikaner David Julius und den im Libanon geborenen und in den USA lebenden Forscher Ardem Patapoutian.

Sie werden damit für ihre Entdeckungen von Rezeptoren für Temperatur und Berührungen ausgezeichnet, wie das Nobelkomitee am Montag in Stockholm mitteilte. Die Preisträger hätten entschlüsselt, wie Temperatur und Druck in elektrische Impulse in den Nerven umgewandelt und so wahrgenommen werden können. 

Sahin, Türeci bereits hoch dotiert

Die Biontech-Chefs Ugur Sahin und Özlem Türeci waren zuletzt immer wieder als mögliche Nobelpreisträger genannt worden. Im September waren sie bereits mit dem renommiertesten deutschen Medizinpreis der Paul-Ehrlich-Stiftung ausgezeichnet worden. Viele Preisträger wurden später auch mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Mit ihnen erhielt auch Katalin Karikó die Auszeichnung. Sie ist heute Vizepräsidentin von Biontech und hat mit ihrer Forschung überhaupt erst die Grundlage für mRNA-Impfstoffe gelegt.

Mainz

Özlem Türeci, Ugur Sahin und Katalin Karikó Ein Leben für die Wissenschaft - und Biontech

Die beiden Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin sowie die Vizepräsidentin des Unternehmens, Katalin Karikó, haben ihr Leben der Forschung gewidmet. Drei Porträts.

Von Dienstag bis Freitag folgen die Bekanntgaben in den Kategorien Physik, Chemie, Literatur und Frieden. Am darauffolgenden Montag rundet das Ganze dann die Auszeichnung in Wirtschaftswissenschaften ab, die als einzige nicht auf das Testament von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel zurückgeht.

Alle Preisträger erhalten neben der prestigeträchtigen Nobelmedaille und einem Diplom ein Preisgeld in Höhe von zehn Millionen schwedischen Kronen (980.000 Euro). Die wissenschaftlichen Preise gehen dabei häufig an mehrere Forscherinnen und Forscher zugleich, die sich das Preisgeld dann teilen.

Mainz

Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis Biontech-Forscher erhalten renommierten Medizin-Preis

Die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin sowie die Biochemikerin Katalin Karikó werden mit dem Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis ausgezeichnet.

Der Vormittag SWR1 Rheinland-Pfalz

Mainz

Mainzer Chancen auf Nobelpreis. Ein Kommentar Mein Nachbar, der Nobelpreisträger

Die Biontech-Gründer Özlem Tureci und Ugur Sahin sowie die Biochemikerin Katalin Karikó könnten dieses Jahr den Nobelpreis erhalten. Martin Rupps würde sich darüber von Herzen freuen.

STAND
AUTOR/IN
SWR