Nachdem er seine Geliebte in Flomborn getötet haben soll, steht der Angeklagte zum Prozessauftakt in Mainz bei Eintritt der Richter im Gerichtssaal. (Foto: SWR)

Angeklagter soll Geliebte erwürgt haben

Getötete Frau in Flomborn: Bewegende Aussagen von Familie des Opfers

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Vor dem Landgericht Mainz muss sich ein Mann wegen Mordes und versuchten Schwangerschaftsabbruchs verantworten. Er soll seine Geliebte erwürgt haben, die angeblich von ihm schwanger war.

Gleich zu Beginn des Prozesses gab der Angeklagte an, dass er sich zur Sache nicht äußern werde. Angaben zu seiner Person werde er an einem späteren Termin machen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der verheiratete 32-Jährige, der aus dem hessischen Bensheim stammt, im vergangenen Jahr heimlich Sex mit dem späteren Opfer.

Nachdem er den Kontakt zu der 38-jährigen Frau abgebrochen hatte, soll sie sich bei ihm gemeldet haben und behauptet haben, dass sie schwanger ist. Obwohl dies gar nicht stimmte. Daraufhin soll er sich auf einem Feld bei Flomborn mit ihr verabredet und sie dann erwürgt haben.

Angeklagter hatte weitere Affäre

Die Staatsanwältin berichtete in der Verhandlung, dass der Angeklagte kurz vorher bereits eine andere Affäre hatte, die aufgeflogen war. Auch diese Frau hatte behauptet, dass sie von dem Mann schwanger sei. Deshalb war er laut Staatsanwältin davon ausgegangen, dass er bereits mehr als 1.000 Euro im Monat an Unterhalt an diese Frau zahlen müsse.

Furcht vor finanziellen Problemen

Für ein weiteres Kind zu zahlen, hätte ihn finanziell in den Ruin getrieben, habe er befürchtet. Mit seiner Frau habe er nämlich einen Kredit in Höhe von 300.000 Euro aufgenommen, um das gemeinsame Haus zu kaufen. Nach Angaben der Staatsanwältin hätte er deshalb den Plan gefasst, die Frau zu töten.

Familie fand Opfer im Feld

Die Schwester und die Mutter des Opfers sagten zum Prozessauftakt ebenfalls aus. Die Befragung der Mutter musste jedoch abgebrochen werden, da es sie zu sehr mitnahm. Auch die Schwester brach in Tränen aus, als sie schilderte, wie ihre Schwester gefunden wurde.

Die Familie hatte sich um die Frau gesorgt, da sie nicht nach Hause gekommen war und nicht zu erreichen war. Offenbar hatten Familienmitglieder sich dann auf die Suche gemacht und sie letztlich tot in dem Feld gefunden.

Schwester hatte während Suche Kontakt zum Angeklagten

Während der Suche stand die Schwester sogar per Handy in Kontakt mit dem mutmaßlichen Täter. Vor Gericht wurde der Chat-Verlauf zwischen den beiden vorgelesen. Der Angeklagte hatte dabei geschrieben, dass er nicht wisse, wo die Vermisste sich aufhalte und dass er hoffe, ihr sei nichts zugestoßen.

Der 32-Jährige war strafrechtlich laut Polizei bis dahin noch nicht aufgefallen. Für den Prozess sind mehrere Verhandlungstage bis Ende März angesetzt.

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