Prozess am Landgericht Mainz um den Tod einer 38-jährigen Frau bei Flomborn  (Foto: SWR)

Angeklagter soll Geliebte erwürgt haben

Getötete Frau in Flomborn: Mord oder Körperverletzung?

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Vor dem Landgericht Mainz muss sich ein Mann wegen Mordes an seiner Geliebten verantworten, die vorgegeben hatte, von ihm schwanger zu sein. Die Verteidigung plädierte am Mittwoch auf Körperverletzung.

Der Anwalt des Angeklagten forderte in seinem Plädoyer eine Gefängnisstrafe von höchstens fünf Jahren. Seiner Ansicht nach handelte es sich nicht um Mord, sondern um Körperverletzung mit Todesfolge. Außerdem sei die Tat im Affekt geschehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Montag hingegen lebenslange Haft gefordert. Sie sah dafür drei Mordmerkmale als erfüllt an: Habgier, niedere Beweggründe und das Ziel des Schwangerschaftsabbruchs. Zudem forderte sie, eine besondere Schwere der Schuld festzustellen. Damit wäre eine Haftentlassung des Angeklagten nach 15 Jahren unmöglich. Die Nebenklage schloss sich der Forderung an. Das Urteil soll am 28. Juli fallen.

Angeklagter und Opfer hatten Affäre

Der verheiratete Mann aus dem hessischen Bensheim muss sich seit Februar vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft dem 32-Jährigen vor, im Juni 2021 auf einem Feld zwischen Stetten und Flomborn (Landkreis Alzey-Worms) seine 38-jährige Geliebte getötet zu haben.

Der Angeklagte soll sie im Februar 2021 über ein Kontaktportal kennengelernt und eine Affäre mit ihr gehabt haben. Er habe seine Ehe unbeschwert weiterführen wollen, so die Staatsanwaltschaft, weshalb er die Frau erdrosselte. Der Mord sei zugleich der Versuch gewesen, eine Schwangerschaft abzubrechen, die ihm die 38-Jährige vorgetäuscht haben soll, hieß es.

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Angst vor finanziellem Ruin durch Unterhaltszahlungen

Laut Anklage soll der 32-Jährige bereits kurz vorher eine andere Affäre gehabt haben, die aufgeflogen war. Auch diese Frau hatte behauptet, dass sie von dem Mann schwanger sei. Als nun das spätere Opfer ihm ebenfalls eine Schwangerschaft vortäuschte, habe der Mann befürchtet, seine zweite Affäre würde auch noch auffliegen.

Zudem hätten weitere Unterhaltszahlungen für ihn den finanziellen Ruin bedeutet. Mit seiner Frau habe er nämlich einen Kredit in Höhe von 300.000 Euro aufgenommen, um das gemeinsame Haus zu kaufen, so die Staatsanwaltschaft.

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