Vor der Tankstelle in Idar-Oberstein wurden nach der Tat zahlreiche Blumen abgelegt. (Foto: dpa Bildfunk, Birgit Reichert)

Revisionen zurückgezogen

Urteil zu Tankstellenmord in Idar-Oberstein ist rechtskräftig

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Gesa Walch
Bild von Gesa Walch, Studio Mainz (Foto: SWR, Daniel Brusch)

Knapp vier Monate nach Prozessende ist das Urteil zum Mord an der Tankstelle in Idar-Oberstein nun rechtskräftig. Die Revisionen wurden zurückgezogen.

Das Landgericht Bad Kreuznach hat mitgeteilt, dass sowohl Staatsanwaltschaft als auch der Verurteilte nicht weiter gegen das Urteil vorgehen werden. Damit ist es rechtskräftig.

Das Gericht hatte im September vergangenen Jahres den 50-jährigen Mario N. wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er im September 2021 einen 20-jährigen Tankstellenmitarbeiter in Idar-Oberstein erschossen hatte.

Der Angeklagte im Tankstellenmord-Prozess berät sich kurz vor seinem Urteil mit seinem Anwalt. (Foto: SWR)
Der Angeklagte im Tankstellenmord-Prozess berät sich kurz vor seinem Urteil mit seinem Anwalt.

Im Streit um die Corona-Maskenpflicht erschossen

Mario N. wollte an der Tankstelle Bier kaufen, trug aber keine Corona-Maske. Der junge Kassierer weigerte sich deswegen, ihm etwas zu verkaufen. Daraufhin holte sich der 50-Jährige zu Hause eine Waffe. Danach stellte er sich wieder in der Warteschlange vor der Tankstellen-Kasse an. Als er an der Reihe war, zog er die Waffe und schoss dem Kassierer ins Gesicht. Der junge Mann starb noch vor Ort.

Das Gericht führte in seinem Urteil aus, dass die verbleibende Zeit zwischen dem Erkennen der Gefahr und dem Angriff für das Opfer so kurz gewesen sei, dass es nicht habe reagieren können. Die Heimtücke sei vorsätzlich gewesen, denn die Waffe wurde bewusst erst im letzten Augenblick gezogen.

Verteidigung im Tankstellenmord-Prozess plädierte auf Totschlag

Die Verteidigung hatte im Prozess den Tatvorwurf des Mordes zurückgewiesen und stattdessen auf Totschlag mit erheblich eingeschränkter Schuldfähigkeit des 50-Jährigen plädiert, der nach Einschätzung eines Gutachters zum Zeitpunkt des Schusses rund zwei Promille Alkohol im Blut hatte. Sie forderte, dass das Urteil auf Fehler untersucht wird.

Auch die Staatsanwaltschaft hatte Revision eingelegt. Prozessbeobachter gehen davon aus, dass es dabei um die Frage der besonderen Schwere der Schuld gegangen sein dürfte. Die hatte das Gericht nicht verhängt.

Oberstaatsanwältin Nicole Frohn (r.) mit ihrer Kollegin im Landgericht Bad Kreuznach beim Prozess um den Mord an der Tankstelle in Idar-Oberstein  (Foto: SWR)
Oberstaatsanwältin Nicole Frohn (r.) mit ihrer Kollegin im Landgericht Bad Kreuznach beim Prozess um den Mord an der Tankstelle in Idar-Oberstein.

Politisches Motiv bei Tankstellenmord in Idar-Oberstein

Nach Ansicht des Gerichts war die rechtsradikale Einstellung von Mario N. und seine Feindschaft gegen den Staat das Hauptmotiv für die Tat. Der Staat habe aus Sicht des Verurteilten mit der Maskenpflicht Grenzen überschritten. Sein Opfer sei mehr oder weniger zufällig ausgewählt worden.

Die Tat am 18. September 2021 an der Tankstelle in Idar-Oberstein hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

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