Die Jugendbildungsstätte in Trechtingshausen soll bald als Unterkunft für minderjährige Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine dienen. (Foto: SWR)

Kreis Mainz-Bingen plant Hilfe

Jugendliche Flüchtlinge aus der Ukraine kommen nach Trechtingshausen

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Tausende von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine kommen derzeit zu uns, darunter auch unbegleitete Jugendliche. Jetzt sollen sie in Trechtingshausen ein vorübergehendes Zuhause finden.

Von Seiten des Kreises Mainz-Bingen ist geplant, die Jugendbildungsstätte in Trechtingshausen als Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer (sogenannte UmAs) aus der Ukraine zu nutzen. Das Jugendamt rechne damit, dass in den kommenden beiden Wochen die ersten UmAs im Kreis ankommen werden, heißt es in einer Erklärung.

Bürger und Vereine wollen helfen

Insbesondere für die Anlieger der Bildungsstätte lud der Landkreis am Montag zu einer Informationsveranstaltung in den Sportbereich der Gemeindehalle ein.

Einige Bürgerinnen und Bürger hatten laut Kreis an der Veranstaltung teilgenommen. Darunter waren auch Vertreter der ortsansässigen Sportvereine und der Feuerwehr. Nach Angaben des Kreises waren alle sehr interessiert und boten Hilfe an. Unter anderem sei konkret nachgefragt worden, wie die Gruppe unterstützt werden könne.

Wer laut Kreis zum Beispiel spenden möchte oder anderweitig helfen will, der solle sich direkt mit dem Jugendhilfeanbieter Malteser Werke Mainz vor Ort in Verbindung zu setzen.

Schon 2015/16 Flüchtlinge in Trechtingshausen

Auf der Veranstaltung waren auch die Polizei und Vertreter der Malteser, die die gute Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt lobten. Außerdem wurde von den Erfahrungen aus den Jahren 2015/2016 berichtet, als die Jugendbildungsstätte Trechtingshausen schon einmal als Jugendwohngruppe umgewandelt wurde, damals vor allem für minderjährige Flüchtlinge unter anderem aus Syrien und Afghanistan.

Die Jugendbildungsstätte in Trechtingshausen soll bald als Unterkunft für minderjährige Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine dienen. (Foto: SWR)
In Zimmern wie diesen sollen die minderjährigen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Trechtingshausen untergebracht werden.

Derzeit wird Jugendbildungsstätte noch genutzt

Aktuell diene die Jugendbildungsstätte noch ihrem ursprünglichen Zweck, zum Beispiel gebe es dort Seminare und Freizeiten für Jugendgruppen, sagt Kreissprecher Bardo Faust auf SWR-Anfrage. Geplant sei aber, im Bedarfsfall, ab dem 1. April 2022 eine Jugendwohngruppe dort zu installieren.

"Wir halten die Jugendbildungsstätte im Stand-by-Betrieb. Der hierfür vorgesehene Jugendhilfeträger, die Malteser Werke Mainz, hat bereits hierfür erforderliches Personal auf Abruf", so Faust.

Bis zu 30 Jugendliche können kurzfristig betreut werden

Laut Kreis besteht für die Jugendbildungsstätte eine Betriebserlaubnis, nach der zehn bis zwölf Jugendliche im Normalbetrieb betreut werden könnten. Das würden rund um die Uhr die Malteser übernehmen.

Sollte es notwendig werden, könnte kurzfristig Platz für bis zu 30 Jugendliche geschaffen werden, so Kreissprecher Faust. Die angekommenen Jugendlichen würden dann aber auf andere Jugendhilfeträger umverteilt.

Von Trechtingshausen in andere Einrichtungen

Die grundsätzliche Zuweisung von UMAs erfolgt laut Kreis über das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV). In Trechtingshausen würden zunächst die Jugendlichen betreut, die durch den Landkreis Mainz-Bingen als sogenanntes Schwerpunktjugendamt in Obhut genommen würden.

Die Jugendlichen, die dort untergebracht würden, seien nur vorübergehend dort. Nach Abschluss des Clearingverfahrens würden sie zu anderen Jugendhilfeträgern in Rheinland-Pfalz verteilt.

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