In Rheinhessen müssen viele Bäume wegen der Trockenheit in den vergangenen Jahren gefällt werden. (Foto: IMAGO, IMAGO / Andre Germar)

Feuchtes Jahr 2021 hat kaum geholfen

In Rheinhessen müssen mehr Bäume gefällt werden

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Die Feuchtigkeit in diesem Jahr hat den Bäumen in Rheinhessen kaum geholfen, sich von den vergangenen trockenen Jahren zu erholen. Viele Bäume sind deshalb krank und müssen gefällt werden.

So müssen in Worms nach Angaben der Stadt in diesem Jahr doppelt so viele Bäume gefällt werden wie in normalen Jahren. Die Regenfälle hätten kaum einen Ausgleich gebracht, sagt Erich Kulling vom Grünflächen- und Gewässeramt. Drei heiße Jahre nacheinander hätten die Bäume in der Stadt Worms anfällig werden lassen. Krankheiten wie die Rußrindenkrankheit, die Ahornbäume befällt, würden große Schäden anrichten.

Rußrindenkrankheit ist auch für Menschen gefährlich

Bei der Rußrindenkrankheit sterben bei Ahornbäumen zuerst Teile der Krone ab und am Ende platzt die Rinde auf und setzt schwarze Pilzsporen frei, die auch bei Menschen für Reizungen in der Lunge sorgen können. Die Folge: Reizhusten, Atemnot aber auch Fieber und Schüttelfrost.

Bei der Rußrindenkrankheit sind dunkle Sporen an der Rinde deutlich zu erkennen. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Bei der Rußrindenkrankheit sind an der Rinde der Ahornbäume deutlich dunkle Sporen zu erkennen. Picture Alliance

Kulling vom Wormser Grünflächen- und Gewässeramt sagt, dass etwa 280 Bäume in diesem und im vergangenen Jahr in Worms bereits gefällt wurden. Einige tote Bäume blieben aber bewusst für Fledermäuse oder Spechte stehen.

Zahl der Baumfällungen in Ingelheim hat sich verdreifacht

In der Stadt Ingelheim sollen in diesem Herbst etwa 300 Bäume gefällt werden. Das seien nach Angaben der Stadtverwaltung "überdurchschnittlich viele" und fünf Prozent des Baumbestands in Ingelheim. Normalerweise würden in Ingelheim jährlich gerade mal 100 Bäume gefällt.

Vor allem Hainbuchen und Mehlbeeren seien durch Sonnenbrand stark betroffen. Dadurch seien sie anfälliger für Pilze, so eine Stadtsprecherin. Weil viele dieser Bäume direkt an Straßen stehen würden, seien sie eine Gefahr für den Verkehr und müssten deshalb gefällt werden.

Auch in Bad Kreuznach sollen kranke Bäume gefällt werden

Auch die Stadt Bad Kreuznach teilt mit, dass viele Bäume in der Stadt aufgrund der Trockenheit in den vergangenen Jahren krank oder abgestorben seien. Aus Sicherheitsgründen müssten sie gefällt werden. Arten wie die Birke oder der Bergahorn würden besonders durch die Trockenheit leiden. Wie viele Bäume genau gefällt werden müssten, werde bis zum Jahresende ermittelt.

Viele Neupflanzungen in Mainz

Nach Angaben eines Stadtsprechers sind auch in Mainz viele Bäume von Trockenheit oder Pilzbefall betroffen. Aus diesem Grund pflanze das Grün- und Umweltamt wieder zahlreiche neue Bäume an. Dabei würden rund 25 verschiedene Baumarten bzw. Gattungen verwendet werden. Ziel dabei sei es, einen möglichst artenreichen Baumbestand im Stadtgebiet zu fördern, der krankheits- und schädlingsresistent sei.

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