Karl-Heinz Deichelmann liest aus Viktor Klemperers Tagebüchern (Foto: SWR)

Jüdische Kulturtage

Marathon-Lesung in Worms hat begonnen

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In der Wormser Innenstadt hat eine sogenannte Marathon-Lesung begonnen. Sie dauert insgesamt 36 Stunden.

Der Wormser Schauspieler Karl-Heinz Deichelmann wird dabei an drei Tagen jeweils zwölf Stunden in der ehemaligen Back-Factory aus den Tagebüchern Victor Klemperers zitieren.

Mehr als 1.500 Seiten will der Schauspieler insgesamt vorlesen. Die Zuschauer können ihm dabei einfach nur zuhören oder ihm auch bei seiner anstrengenden Arbeit beistehen.

Erlebnisberichte aus dem Dritten Reich

Der Wissenschaftler, Politiker und Schriftsteller Victor Klemperer berichtet in den Tagebüchern, wie er das Dritte Reich von 1933 bis 1945 erlebt hat. Klemperer war jüdischen Glaubens. Er arbeitete unter anderem als Professor für Romanistik an der Technischen Hochschule Dresden, bis er 1935 von den Nationalsozialisten in den vorzeitigen Ruhestand versetzt und aus seinem Haus vertrieben wurde.

Die Tagebücher seien eine Offenbarung des alltäglichen Schreckens der Nazijahre, heißt es in einer Mitteilung der Wormser Volkshochschule. Mit seiner ungewöhnlichen Marathon-Lesung will Schauspieler Deichelmann die Ausweglosigkeit der Situation unter dem Nazi-Regime spürbar machen.

Anlass für die Lesung sind die Jüdischen Kulturtage in der Stadt. Sie sollen die vielen Facetten jüdischer Geschichte und Gegenwart abbilden und vermitteln.

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