Ein 34-jähriger Mann soll seine Ex-Freundin mit Anrufen und Nachrichten terrorisiert haben. Wegen Stalking ist er jetzt vor dem Amtsgericht Mainz angeklagt (Foto: SWR)

Täglich hunderte Nachrichten

Terror hörte nicht auf: Mann wieder wegen Stalking in Mainz vor Gericht

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Christiane Spohn
Christiane Spohn ist Reporterin im SWR Studio Mainz (Foto: SWR, Daniel Brusch)

Ein 34-jähriger Mann soll seine Ex-Freundin mit Anrufen und Nachrichten terrorisiert haben. Auch eine erste Verurteilung änderte daran nichts. Jetzt wird ihm wieder der Prozess gemacht.

Der Terror begann, nachdem die Frau sich von dem Angeklagten getrennt hatte. Sechs Monate stellte der Angeklagte ihr nach. Der 34-jährige Fliesenleger soll seine Ex-Freundin über Soziale Medien und WhatsApp ständig belästigt haben. Laut Anklage hat er ihr hunderte Nachrichten pro Tag geschrieben. Auch per Telefon meldete er sich bei ihr und rief mit unterdrückter Nummer immer wieder an.

Selbst bei der Arbeitsstelle seiner Ex-Freundin soll er mehrmals täglich angerufen haben. Außerdem soll der Mann seiner Ex-Freundin gedroht haben. So habe er geschrieben: "Du wirst sehen, was du davon hast".

Stalking nimmt trotz Urteil kein Ende

Anfang September 2023 wurde der Mann vom Amtsgericht Mainz wegen Stalking seiner ehemaligen Partnerin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Nur drei Tage nach dem Urteil ging der Terror laut Anklage weiter.

Um die Frau vor ihm zu schützen, haben die Behörden den Mann in Untersuchungshaft genommen. Damit soll verhindert werden, dass er seine Ex-Freundin weiter belästigt.

Verteidiger stellt Antrag auf verminderte Schuldfähigkeit

Im neuen Prozess beantragte jetzt der Verteidiger, den Angeklagten von einem Psychiater begutachten zu lassen. "Die Häufigkeit der Anrufe und Textnachrichten meines Mandanten gehen weit über das normale Maß von Stalking hinaus", so der Verteidiger vor Gericht.

Deshalb will er, dass ein Gutachter prüft, ob der Angeklagte überhaupt schuldfähig ist und ob er in einem psychiatrischen Krankenhaus zur Behandlung aufgenommen werden sollte. Das Gericht, die Staatsanwaltschaft und die Ex-Freundin als Nebenklägerin stimmten dem Antrag zu.

Ex-Freundin unterstützt Therapie des Angeklagten

Die Ex-Freundin des Angeklagten hat über ihren Anwalt mitteilen lassen, dass sie mit einem psychiatrischen Gutachten über die Schuldfähigkeit ihres Ex-Freundes einverstanden ist. Er habe sich einfach nicht normal ihr gegenüber verhalten, so ihr Anwalt vor Gericht. Zuerst habe er sich nach dem ersten Urteil bei ihr entschuldigt, um dann im nächsten Moment ihr die Schuld für seine Nachstellunen zu geben.

Die Richterin des Mainzer Amtsgerichts hat die Hauptverhandlung ausgesetzt, bis das psychiatrische Gutachten vorliegt. Der 34-jährige Angeklagte bleibt weiterhin in Untersuchungshaft.

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