Sascha Barth hat seinen Glüweinstand auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt aufgebaut und hofft auf Kundschaft trotz 2G-Regel. (Foto: SWR, Vanessa Siemers)

Standbetreiber Sascha Barth

Gemischte Gefühle vor Öffnung des Mainzer Weihnachtsmarkts

STAND

Am Donnerstag öffnet der Mainzer Weihnachtsmarkt. Glühweinstand-Betreiber Sascha Barth freut sich auf die Zeit - und doch ist da die Angst vor einer Absage.

Sein Glühweinstand mit dem schönen Namen "Feuerzauber" ist so gut wie fertig. Hier und da machen Sascha Barth und seine Mitarbeitenden noch sauber, räumen noch die letzten blauen Glühweintassen ein und dann kann es eigentlich losgehen. Wäre da nicht die Angst, dass der Weihnachtsmarkt kurzfristig vielleicht doch noch abgesagt werden könnte.

Trotzdem, entmutigen lassen möchte er sich nicht. Dafür habe er schon zu lange darauf gewartet endlich wieder Glühwein verkaufen zu können. Und auch seine Stammkunden und Stammkundinnen würden ihm schon fleißig Nachrichten schreiben, dass sie sich freuen, ihn und sein Team endlich wiederzusehen.

2G-Regel für Besucher und für Standbetreiber

Es hat lange gedauert, bis von Seiten der Stadt endlich klar war, in welcher Form der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr stattfinden kann. Seit wenigen Tagen steht fest: Es gilt die 2G-Regel, auch für Standbetreiber. Und genau das hat einige Beschicker vor eine große Herausforderung gestellt.

Einige Hilfskräfte sind nicht geimpft

Wie Marco Sottile, der Sprecher der Mainzer Schausteller dem SWR mitteilte, haben rund 15 Prozent der Beschicker ihre Teilnahme am Weihnachtsmarkt abgesagt. Der Grund: Viele ihrer Hilfskräfte kämen aus Rumänien und einige von ihnen seien weder geimpft noch genesen.

Sascha Barth hat Glück. Alle seine Mitarbeitenden seien geimpft, wie er gesagt. Und auch beim Thema Lieferschwierigkeiten muss er sich keine Sorgen machen. Der Beschicker geht davon aus, dass sein Vorrat an Glühwein erst einmal ausreicht. Sollte der aber doch schneller als erwartet ausverkauft sein, dann könne er jederzeit neuen Glühwein nachbestellen.

Standbetreiber Sascha Barth auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt 2021. (Foto: SWR, Vanessa Siemers)
Standbetreiber Sascha Barth mit seinem Glühweinstand. Vanessa Siemers

Die meiste Arbeit hat Sascha Barth so kurz vor der Eröffnung bereits erledigt. Die Preisschilder hängen an den Wänden, die rote Leuchtreklame ist schon von weitem erkennbar und auch die dekorativen Weihnachtssterne sind schon an der Bude befestigt. Was jetzt noch fehlt, sind die Corona-Hinweise.

Hinweisschilder und Einbahnstraßenregelung

Damit der Weihnachtsmarkt ein sicherer Ort bleibt, haben der Schausteller und seine Kolleginnen und Kollegen sich einiges einfallen lassen. So soll es vor den Ständen beispielsweise eine Einbahnstraßenregelung geben. Weiß-rote Hinweisschilder auf dem Boden würden zudem auf den Mindestabstand von 1,50 Meter hinweisen. Außerdem gebe es an seinem Stand einen Desinfektionsspender und auch die Abgabe der leeren Tassen würde an einem gesonderten Fenster stattfinden.

"Wir sind hier ja nicht am Ballermann"

Dass es trotz Einbahnstraßenregelung an den Ständen zu Gedränge kommen könne, davon geht der Budenbesitzer nicht aus. "Die Leute sind es durch Corona ja mittlerweile gewohnt, sich ordentlich anzustellen, das wird schon funktionieren", ist sich Sascha Barth sicher.

"Die Mainzer Weihnachtsmarktbesucher sind sehr diszipliniert, wir haben ein sehr gutes, ordentliches Publikum. Und wir sind hier ja nicht am Ballermann."

Die Glühweintassen auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt warten darauf gefüllt zu werden. (Foto: SWR, Vanessa Siemers)
Die Glühweintassen auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt warten darauf gefüllt zu werden. Vanessa Siemers

Damit die Wartezeit nicht unnötig verlängert wird, hat der Mainzer sein Team in diesem Jahr vergrößert. Rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um den Glühweinausschank, aber auch um die Kontrolle des Impfnachweises.

Entscheidung für den Mainzer Weihnachtsmarkt war richtig

Die Entscheidung der Stadt Mainz, den Weihnachtsmarkt stattfinden zu lassen, hält Sascha Barth für richtig: "Wir haben das letzte richtige Geld vor zwei Jahren hier auf dem Weihnachtsmarkt verdient und waren jetzt zwei Jahre auf Eis gelegt. Das hält keiner mehr lange durch." Außerdem, so argumentiert Barth, sei es wahrscheinlich sicherer mit Abstand und an der frischen Luft auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, anstatt zu Hause in geschlossenen Räumen Corona-Partys zu feiern.

Sascha Barth und die anderen Standbetreiber hoffen jetzt, dass auch genügend Menschen den Weihnachtsmarkt besuchen. Sie werden auf alle Fälle alles dafür tun, dass es auch in diesem Jahr - trotz Corona - für jeden ein schönes und sicheres Erlebnis wird.

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