Der Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert war zu Gast bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. (Foto: SWR)

Dialog über Armut in Deutschland

Mainzer Obdachlosenarzt Trabert spricht mit Steinmeier über Projekte für arme Menschen

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Der Mainzer Sozialmediziner und Obdachlosenarzt Gerhard Trabert war am Freitag zu Gast beim Bundespräsidenten im Berliner Schloss Bellevue.

Nach dem mehr als einstündigen Treffen sagte Trabert dem SWR, er und Frank-Walter Steinmeier hätten konkrete Maßnahmen und Aktionen besprochen, um armen Menschen zu helfen. "Es war nicht nur ein Gespräch, es sind Ideen entstanden. Das lässt mich hoffen", so Trabert. Themen waren der teure Wohnraum, Hartz IV und geflüchtete Menschen. Was genau geplant ist, soll erst bekannt werden, wenn die Umsetzung konkreter wird.

"Vielleicht können wir ja wirklich die Situation von obdachlosen, von armen Menschen, von Menschen auf der Flucht noch stärker ins öffentliche und insbesondere politische Bewusstsein rücken."

Er habe den Eindruck gehabt, dass die von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen "ein authentisches Anliegen des Bundespräsidenten" seien, sagte Trabert.

Trabert lädt Steinmeier nach Mainz ein

Trabert wiederholte seine bereits am Tag der Bundespräsidentenwahl ausgesprochene Einladung an den Bundespräsidenten, sich das Konzept der medizinischen Versorgung seines Vereins anzuschauen und einmal im Arztmobil mitzufahren. "Unser Verein begeht in diesem Jahr 2022 zudem sein 25-jähriges Jubiläum, noch ein Argument mehr."

Der Obdachlosenarzt kam am Freitag aus dem polnisch-ukrainischen Grenzgebiet nach Berlin. Bereits am Sonntag hat Trabert wieder einen wichtigen Termin in Mainz. Er sei eingeladen, im Dom eine Predigt zu halten. Die müsse er vorbereiten, so Trabert. Falls sein Team, das dort noch vor Ort sei, Hilfe benötige, werde er jederzeit wieder nach Polen fahren.

Gemeinsamer Kampf gegen Armut

Steinmeier hatte Trabert nach der Bundespräsidentenwahl ins Schloss Bellevue eingeladen. Er wolle gemeinsam mit dem Mainzer Arzt gegen Obdachlosigkeit kämpfen, hatte der frisch gewählte Bundespräsident damals betont.

Trabert war ebenfalls zur Bundespräsidentenwahl am 13. Februar angetreten, war aber unterlegen. Mit seiner Kandidatur habe der Sozialmediziner auf die Lage der Ärmsten und Verwundbarsten in unserer Gesellschaft aufmerksam gemacht, sagte Steinmeier.

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