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Zum Start des Wechselunterrichts sind alle städtischen Grundschulen in Mainz mit Lüftungsanlagen ausgestattet worden. Nach Angaben der Stadt ist dies vor allem auf den Einsatz der Eltern zurückzuführen.

In mehr als 300 Klassenzimmern wurden die Anlagen eingebaut, die Aerosole aus der Luft filtern und damit vor einer Corona-Infektion schützen sollen. Die Mainzer Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) sagte, dass zusammengerechnet 10.000 Arbeitsstunden dafür nötig waren. Die seien unentgeltlich von den Eltern geleistet worden. Sie seien maßgeblich dafür verantwortlich, dass jetzt alle 22 städtischen Grundschulen solche Abluftanlagen haben. "Ich bin den Eltern sehr dankbar für ihr Engagement," so Grosse. Jetzt müsse nur noch in den Pausen gelüftet werden.

Eltern wollen Schülern "ein Stück Normalität" ermöglichen

Der Schulleiter der Grundschule Römersteine in Mainz-Bretzenheim, Volker Kriese, sagte dem SWR, dass es nicht schwer gewesen sei, genügend Eltern für den Aufbau der Anlagen zu finden. "Das ist natürlich eine tolle Sache," sagte Kriese. "Jetzt kann der Unterricht sicher und für die Kinder ohne große Einschränkungen beginnen." Für Thomas Karst, der einen Sohn in der ersten Klasse hat, war es eine Selbstverständlichkeit zu helfen:

"Es hat vor allem gut getan, selbst irgendetwas tun zu können. Ich glaube, dass wir damit einen Beitrag leisten konnten, dass unsere Kinder in der Schule zumindest wieder ein Stück weit Normalität erfahren."

Stadt Mainz übernimmt Kosten der Lüftungsanlagen

Für die Lüftungsanlagen wurden 32.000 Kabelbinder, 15.000 Rohrstücke und Winkel sowie 3.300 Plastikschirme verbaut. Die Gebäudewirtschaft der Stadt Mainz hat die Eltern dabei unterstützt. An jeder Schule wurde ein Musterraum gebaut, an dem sich die Eltern orientieren konnten. Auch die Abnahme der Lüftungsanlagen erfolgte durch die Gebäudewirtschaft. Die Gesamtkosten übernimmt die Stadt Mainz. Sie liegen bei 160.000 Euro, was nach Angaben der Stadt 580 Euro pro Klassenzimmer entspricht. Auch an einigen weiterführenden Schulen wird die Lüftungsanlage nach Angaben von Baudezernentin Grosse jetzt eingebaut.

Der Zeitraffer zeigt, wie eine Lüftungsanlage an der IGS Bretzenheim aufgebaut wird:

Lüftungsanlage soll 90 Prozent der Aerosole entfernen

Die Lüftungsanlagen wurden von Forschern des Mainzer Max-Planck-Instituts entwickelt. Sie sollen in der Lage sein, 90 Prozent der Aerosole aus den Klassenzimmern zu entfernen, also auch mögliche mit Coronaviren belastete Aerosole. So soll die Ansteckungsgefahr deutlich verringert werden. Im Internet steht eine kostenlose Bauanleitung zur Verfügung. Als erstes war die Lüftungsanlage im vergangenen Herbst an der Integrierten Gesamtschule Mainz-Bretzenheim getestet worden.

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