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Die Stadt Mainz will ein Wäldchen roden, um eine Kita und Wohnungen bauen zu lassen. Das gefällt nicht jedem. Kann das Vorhaben durch den Stadtrat noch gestoppt werden?

Im Mainzer Stadtteil Hartenberg-Münchfeld leben viele Familien und Studenten. Hier ist die Uni, der Stadtteil liegt günstig, aber nicht mitten in der Stadt, es gibt Spielplätze und Grünflächen. Seit einigen Wochen regt sich Protest gegen ein Vorhaben der Stadtverwaltung. Im Teil Münchfeld soll ein knapp 10.000 Quadratmeter großes Biotop gerodet werden. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein ungepflegtes Stück Wald in der Nähe eines Supermarktes und einer Schule. Doch aus Sicht des NABU ist ein solches Biotop in einer Stadt wie Mainz sehr wertvoll.

Mainzer Stadtrat hat Kita beschlossen

Die Bebauung des Areals wurde 2018 einstimmig vom Mainzer Stadtvorstand beschlossen. Inzwischen haben die Menschen in der Stadt zwei heiße und trockene Sommer hinter sich. Deshalb stellen Kritiker des Vorhabens die Frage, ob es nicht dem Klima in der Stadt schade, wenn solche Wäldchen oder Biotope gerodet und bebaut werden. Der Vorsitzende des NABU Mainz und Umgebung, Christian Henkes, gibt zu bedenken, dass sich die Stadt durch zu viel betonierte Flächen in den Sommern noch mehr aufheizen könnte. 

Kritik an Mainzer Baumschutzsatzung

55 Bäume auf dem Gelände, das den Namen "Am Heiligenhaus" trägt, fallen laut NABU unter die sogenannte Baumschutzsatzung und dürfen nicht gefällt werden. Alle anderen dürfte die Stadt roden lassen, ohne sie zu ersetzen.

Petition im Netz

In einer Petition, die der Mainzer NABU gestartet hat, haben inzwischen mehr als 6.700 Menschen unterschrieben. Der Stadtrat wird darin aufgefordert, in seiner Sitzung am 10. Februar 2021 alles in seiner Macht stehende zu tun, um dieses Waldstück zu retten und den Verkauf zu stoppen. Um das Vorhaben zu verhindern, müsste eine der Stadtratsfraktionen einen entsprechenden Antrag stellen. Über diesen würde dann in der Sitzung abgestimmt. 

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