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Gegen Polizistinnen und Polizisten, die vor einer Woche in einer Mainzer Kneipe gegen die Corona-Verordnung verstoßen haben sollen, wurden disziplinarische Prüfverfahren eingeleitet. Das teilte das Polizeipräsidium am Montagnachmittag mit.

Das Präsidium habe der Stadt nun erste Ermittlungsergebnisse überreicht. Auch die Gespräche mit den Beteiligten seien fortgesetzt worden. Die Polizei hat nach eigenen Angaben bisher ermittelt, dass insgesamt 36 Polizisten in der Kneipe gefeiert hatten. Es soll sich um eine geschlossene Gesellschaft gehandelt haben.

Zeugen hatten sich beschwert

Wie es hieß, hatten sich an dem Abend Zeugen darüber beschwert, dass sich in der Kneipe mehr Gäste als erlaubt befänden, und dass diese immer noch geöffnet sei. Der Wirt hätte um 22 Uhr bereits schließen müssen. Gegen 23:30 Uhr hätten die letzten Gäste die Kneipe verlassen.

Zuvor hatte ein Polizeisprecher zum Hintergrund gesagt, dass Polizisten verpflichtet seien, auch in ihrer Freizeit den Ruf der Polizei nicht zu schädigen.

Stadt prüft Bußgelder

Außerdem prüft die Stadt Mainz, ob die Polizisten ein Bußgeld von mehreren hundert Euro zahlen müssen. Auch der Gastwirt muss sich nach Angaben des Wirtschaftsdezernats auf ein Bußgeld einstellen - dieses werde vermutlich mehrere tausend Euro betragen. Derzeit werde untersucht, ob und in wieweit er Hygienemaßnahmen unterlassen sowie gegen Zutritts- und Dokumentationspflichten verstoßen habe. Dazu komme noch, dass die Sperrzeit offenbar nicht eingehalten worden sei.

Selbstanzeige schützt vor Strafe nicht

Der Wirt habe wohl Selbstanzeige erstattet, so ein Stadtsprecher. Diese soll er letzte Woche per E-Mail direkt an einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes gemailt haben. Wegen des Feiertages sei die E-Mail noch nicht bearbeitet worden. Die Selbstanzeige befreie den Gastronomen aber nicht von der Strafe, heißt es aus dem Wirtschaftsdezernat.

Corona-Regeln ignoriert

Am vergangenen Montag hatten Polizisten in einer großen Gruppe in einer Gaststätte in der Mainzer Altstadt zu lange und ohne ausreichenden Abstand gefeiert. Dabei seien weder Abstände eingehalten noch Mund-Nase-Masken getragen worden, wenn sich innerhalb der Gaststätte bewegt wurde. Nachdem eine Streife zur Kneipe gerufen wurde, habe sich die Gruppe aufgelöst, hieß es.

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