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Die Stadt Mainz setzt vom 1. Juli an auf einen ehrenamtlichen Vermittler zwischen Besitzern von Clubs, Bars und Kneipen auf der einen sowie Anwohnern auf der anderen Seite. Oberbürgermeister Ebling stellte das Pilotprojekt vor.

Eine Jury wählte für den ehrenamtlichen Posten den 34-jährigen Timo Filtzinger aus. Der gebürtige Mainzer arbeitete jahrelang für verschiedene Getränkefirmen. Dabei habe er viele Gastronomen kennengelernt, er kenne deren Bedürfnisse, sagte er bei seiner Vorstellung.

Stammtisch für Wirte, Sprechstunde für Anwohner

Filtzinger soll Ansprechpartner sowohl für Betreiber von Clubs und Kneipen als auch für Anwohner sein. Konkret plane er etwa einen Austausch-Stammtisch für Gastronomen und eine offene Sprechstunde für Anwohner. Sorgen, Nöte und Anregungen wolle er gebündelt an die Stadt weiterreichen. Anwohner und Nachtkultur müssten sich auf Augenhöhe begegnen können, sagte OB Michael Ebling (SPD). "Beides muss funktionieren. Das will moderiert werden."

Im Rahmen eines halbjährigen Pilotprojekts soll der Nachtkulturbeauftragte künftig alle Beteiligten an einen Tisch bringen und Ideen, Wünsche und Anregungen sammeln. Zudem erhofft sich die Kommune Konzepte, wie das Club- und Kulturleben unter Berücksichtigung der Anwohnerinteressen weiterentwickelt werden kann.

Höherer Stellenwert für das Nacht- und Kulturleben

Das Bewerbungsverfahren war im Frühjahr gestartet worden. Gemeinsam mit einer Jury aus Vertretern der Vereinigung "Musik Szene Mainz" und des Kulturbüros Rheinland-Pfalz wählte die Stadt unter den Bewerbern den Sieger aus.

Norbert Schön, Inhaber des Mainzer Kulturclubs "schon schön", der auch in der Jury saß, sagte, er finde den Beauftragten sehr sinnvoll. Es sei toll, dass die Stadt dem Nacht- und Kulturleben dadurch einen höheren Stellenwert verpasse.

Bald auch in Koblenz und Kaiserslautern?

Über die Schaffung eines ähnlichen Postens denken auch Koblenz und Kaiserslautern nach. In Koblenz läuft die interne Prüfung nach Angaben eines Sprechers noch. Ein Ergebnis soll nach der Sommerpause vorliegen. Auch in Kaiserslautern wird das Projekt verwaltungsintern geprüft. Dort war einem von der SPD eingebrachten Prüfauftrag an die Verwaltung bereits vom Stadtrat stattgegeben worden.

Deutschlands erster Nachtbürgermeister hatte 2018 in Mannheim sein Amt angetreten.

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