Die für den Mainzer Rosenmontagszug typischen "Schwellköppe". (Foto: SWR)

Nach MCV-Vorstandstreffen

Mainzer Rosenmontagszug 2022 abgesagt

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Der Mainzer Rosenmontagszug wird im kommenden Jahr nicht stattfinden. Das hat der Mainzer Carneval-Verein (MCV) nach einer Vorstandssitzung am Mittwochabend mitgeteilt.

Nach Angaben von MCV-Präsident Reinhard Urban lässt die Landesverordnung den Zug nicht zu. Nach der gegenwärtigen Corona-Verordnung seien nur 10.000 Zuschauer in Rheinland-Pfalz erlaubt. Der Stadt und dem Land drohten damit Verluste in Millionenhöhe. Es würden aber Alternativen zu dem Zug im Februar geprüft, so Urban. Er gehe nicht davon aus, dass neue Corona-Verordnungen des Landes im Januar oder Februar Lockerungen bringen würden, begründete der Präsident die Entscheidung.

Der Zug fällt damit wegen Corona bereits das zweite Jahr in Folge aus. Normalerweise werden in Mainz bis zu 500.000 Zuschauer am Rosenmontag in der Stadt erwartet. Anfang Dezember hatte die Mainzer Fastnacht eG ihren Mitgliedern, 26 Vereinen und Garden, empfohlen, in der kommenden Kampagne 2022 auf Saal- und Straßenfastnacht zu verzichten.

OB Ebling zeigt sich enttäuscht

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) zeigt sich in einer ersten Reaktion enttäuscht. Die Absage sei sehr schmerzlich und man bedauere sie zutiefst. Dennoch könne man die Absage nachvollziehen, weil die Veranstalter eine hohe Verantwortung tragen würden. Auch ohne Rosenmontagszug würde die Fastnacht stattfinden - mit neuen Formaten.

CDU-Kreisverband Mainz schlägt Volksfest als Ersatz vor

Nach der Absage des Mainzer Rosenmontagszuges schlägt die CDU Mainz stattdessen ein Volksfest zur gleichen Zeit vor. Nach Angaben des CDU-Kreisvorsitzenden Thomas Gerster soll damit den Schaustellern eine weitere Einnahmemöglichkeit geboten werden.

Die Mainzerinnen und Mainzer hätten zum Beispiel am 11.11. und auf dem Weihnachtsmarkt bewiesen, dass sie auch unter Corona-Bedingungen verantwortungsvoll im Freien beisammen sein könnten, so Gerster. Die Schausteller könnten durch den Wegfall des Rosenmontagszuges frei gewordene Flächen zu einer Art Fastnachtsmesse nutzen.

Viele Vereine haben schon Veranstaltungen abgesagt

Viele von ihnen haben auf die unsichere Corona-Infektionslage reagiert und Veranstaltungen gestrichen, auch der MCV selbst. So wurde schon vor Wochen der Neujahrsumzug und der Jugendmaskenzug abgesagt. Große Vereine wie der Gonsenheimer Carneval Verein wollen für das närrische Publikum in der nächsten Kampagne nur noch Online-Formate anbieten.

Kein Karneval in NRW

In Nordrhein-Westfalen wurde am Dienstag beschlossen, komplett auf Karnevalssitzungen zu verzichten. Die Landesregierung hatte sich mit den Karnevalshochburgen darauf verständigt. Veranstaltungen, bei denen sich viele Menschen in engen Innenräumen begegneten, seien in den nächsten Monaten nicht verantwortbar, sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Außerdem ist der Düsseldorfer Rosenmontagszug auf Ende Mai verschoben worden. Für MCV-Präsident Urban ist eine Verschiebung des Rosenmontagszuges - zumindest in Teilen - durchaus vorstellbar. Einen Termin habe er dafür auch schon im Auge: Den Rheinland-Pfalz-Tag Ende Mai.

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SWR