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Die Corona-Pandemie stoppt vorerst die Pläne für ein Dieselfahrverbot in der Mainzer Innenstadt. Geplant war es für den 1. Juli. Jetzt wird es um drei Monate verschoben.

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Nach Angaben der Mainzer Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) ist jetzt nicht die richtige Zeit für ein solches Verbot. In dieser Krise hätten die Menschen andere Sorgen, als sich um Ausnahmegenehmigungen zu kümmern.

Außerdem gehe die Stickstoffdioxidbelastung an den problematischen Stellen in der Stadt derzeit zurück, weil wegen der Corona-Krise wesentlich weniger Autos unterwegs seien.

Das geplante Tempo 30 entlang der Rheinachse werde aber wie geplant zum 1. Juli eingeführt.

Mit Umwelthilfe abgesprochen

Die Verschiebung des Dieselfahrverbots um drei Monate sei mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) abgestimmt. "Wir möchten der Stadt Mainz in diesen schweren Wochen Zeit geben, sich auf andere Themen zu konzentrieren", sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Zudem ließen derzeit viele Menschen ihre Autos stehen und die Schadstoffwerte in der Luft sinken.

Am Dieselfahrverbot selbst geht aus Sicht der Umwelthilfe jedoch kein Weg vorbei, unterstrich Resch. Als Ausnahme lasse die Organisation lediglich Nachrüstungen der Fahrzeuge gelten. Die Corona-Pandemie zeige, dass Atemwegserkrankungen zu schwierigeren Krankheitsverläufen führten. Deswegen müsse alles unternommen werden, um die Luft in Mainz sauber zu machen, so Resch.

Die Umwelthilfe hatte gegen die Stadt geklagt, weil sie der Meinung ist, dass Mainz nur unzureichend gegen die Schadstoffe in der Luft vorgeht. Nach einem Gerichtsurteil im vergangenen Jahr hatte Mainz einen überarbeiteten Luftreinhalteplan vorgelegt. In diesen sei nun die Verschiebung des Dieselfahrverbots bis zum 1. Oktober aufgenommen worden.

Fahrverbot auf der Rheinachse

Ursprünglich sollte ab dem 1. Juli ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge bis Euro-Norm 5 und Benziner der Norm 1 und 2 gelten - und zwar auf verschiedenen Straßen der Mainzer Rheinachse. Da die Theodor-Heuss-Brücke über den Rhein nach Wiesbaden nur über diese Achse erreichbar ist, wird das Fahrverbot folglich auch dort gelten.

Mit diesem Verbot soll die Stickstoffdioxidbelastung in der Stadt verringert werden. An der Rheinstraße und der Rheinallee wurden im letzten Jahr die Grenzwerte von 40 Mikrogramm immer wieder überschritten.

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