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Washington, Paris, Peking, Berlin: Hier wird Weltpolitik gemacht. Mit Blick auf die Corona-Pandemie gibt es allerdings eine weitere Stadt, die, seien wir ehrlich, weit vor den oben genannten stehen muss: Unser goldisch Meenz.

Anfang des Jahres, Corona hatte gerade damit begonnen, seinen vernichtenden Gürtel um die Welt zu legen, sagte sich der Chef eines Mainzer Unternehmens: "Dann entwickeln wir mal einen Impfstoff". Ugur Sahin heißt der Mann. Er hat die Biotechnologie-Firma Biontech mit aufgebaut und eigentlich ist sein Metier die Erforschung von Mitteln gegen Krebs. Und warum hat er einen Impfstoff gegen Corona entwickelt? Weil er es kann. In der Türkei geboren, in Köln aufgewachsen, heute lebt und wirkt er in Mainz. Und er hat Visionen. Eine davon war, einen der weltweit ersten Impfstoffe gegen Covid-19 zu entwickeln.

Spezialglas von Schott

Mehrere Hundert Millionen Dosen dieses Impfstoffs wurden bereits bestellt, beispielsweise von der EU und den USA. Und worin wird der kostbare Stoff verpackt und transportiert? In kleinen Glasfläschchen - entwickelt und produziert von einem Mainzer Unternehmen: der Schott AG. Ja, das ist richtig, es gibt auch andere Unternehmen in Europa, die ebenfalls diese kleinen Fläschchen herstellen. Aber auch die müssen den wichtigsten Bestandteil, den Rohling, die Röhren aus Spezialglas, bei Schott beziehen - weiteres Mainzer Know-how für die ganze Welt.

Abluft vom Max-Planck-Institut

Noch sind wir nicht so weit, noch fehlt die Zulassung für den Impfstoff der zuständigen Gesundheitsbehörden, aber das wird nicht mehr lange dauern. Bis dahin heißt es: durchhalten. Und dabei kommen schon wieder Mainzer ins Spiel. Denn eines wollen alle: Die Schulen sollen offen bleiben. Doch der Winter steht vor der Tür, es wird kälter. Lüften, sagen Experten, sei wichtig gegen Corona. Doch ständig kalte Luft kann auch krank machen. Für Forscher des Max-Plancks-Instituts für Chemie in Mainz war das eine Herausforderung. Das Ergebnis: eine Belüftungsanlage für Schulklassen - kostengünstig, leicht zu installieren, mit Material aus dem Baumarkt. Inzwischen haben sich Schulen aus ganz Deutschland bei den Mainzer Forschern gemeldet, sie wollen das Aerosol-Abluft-System auch in ihren Klassen einbauen.

Wir können nicht nur Fastnacht

Und jetzt mal Hand aufs Herz und ganz ehrlich: Was hat Mainz, wenn überhaupt, bisher in der Welt bekannt gemacht? Die Fastnacht, Weck, Worscht und Woi, die Geselligkeit. Zweifellos wichtige Dinge für die Mainzer und die vielen Touristen, die genau deshalb hierher kommen.

Zum Spaßfaktor Fastnacht sind nun in der Corona-Zeit aber noch ganz wichtige neue Leuchttürme hinzugekommen. Und die heißen: Corona-Impfstoff von Biontech, Glasfläschchen von Schott und eine Aerosol-Abluftanlage vom Max-Planck-Institut. Forschung made in Mainz. Damit ist unsere Stadt in den weltweiten Fokus gerückt und steht nun mitten im Rampenlicht – und da gehört Mainz auch hin.

Markus Volland, SWR-Studio Mainz

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