Eine Smartwatch, auf der die Daten einlaufen (Foto: Pressestelle, Mattiaqua Bädergesellschaft)

Hilfe für Schwimmmeister

Wiesbaden testet Künstliche Intelligenz gegen das Ertrinken

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Damit es in Schwimmbädern seltener oder gar nicht zu Badeunfällen kommt, läuft in Wiesbaden ein Test. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) wird dort das Becken eines Hallenbades überwacht.

Nach Angaben des Betreibers, der Mattiaqua Bädergesellschaft, sind mehrere Sensorkameras seitlich des Schwimmbeckens angebracht und erfassen ein Bewegungsprofil der Badegäste. Wenn es eine Auffälligkeit gebe, werde der Bademeister über eine digitale Uhr, eine sogenannte Smartwatch, alarmiert, sagt Betriebsleiter Thomas Baum.

Künstliche Intelligenz lernt

Mit der Zeit, so Baum, würde die Künstliche Intelligenz dann lernen und erkennen, welche Bewegungen normal für Schwimmer sind und wann eine Person Probleme hätte und zu ertrinken drohe. Wenn es beispielsweise auffällige Bewegungen gäbe, also zum Beispiel jemand besonders lange unter Wasser sei, werde dem Bademeister auf seiner Smartwatch ein roter Punkt angezeigt. Insgesamt seien drei dieser Uhren im Einsatz, die unter dem Badepersonal immer je nach Dienst weitergereicht würden.

Eine Kamera, die die Schwimmer überwacht (Foto: Pressestelle, Mattiaqua Bädergesellschaft)
Mit Hilfe solcher Kameras, die mit Sensoren ausgestattet sind, werden die Bewegungen von Schwimmern aufgezeichnet. Pressestelle Mattiaqua Bädergesellschaft

Kameras zeichnen nicht auf

Baum betonte, dass die Kameras aber nichts aufzeichnen würden, sondern lediglich die Umrisse von Personen erkennen könnten. Auch das Personal solle dadurch keinesfalls ersetzt, sondern unterstützt werden, so Baum. Vor allem solle es aber den Gästen mehr Sicherheit bieten. Gerade in vollen Freibädern im Sommer könnte so ein System hilfreich sein.

Tests laufen bereits in anderen Städten

Das neue System wird bereits in Lippstadt in Nordrhein-Westfalen genutzt, in Hamburg und Köln wird es ebenfalls getestet. In Wiesbaden läuft nach Angaben der Mattiaqua Bädergesellschaft die Testphase noch bis Januar. Ob das System für die Wiesbadener Bäder gekauft wird, entscheidet sich erst danach. Die Anschaffungskosten variieren je nach Beckengröße und Zahl der Kameras. Laut Betriebsleiter Baum liegen sie in etwa bei 25.000 Euro sowie bei 3.000 bis 4.000 Euro Betriebskosten.

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