Mainz

Kritik an Trabert nach NS-Vergleich

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Die Kassenärztliche Vereinigung und die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz kritisieren den Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert. Es geht um eine Äußerung, in der er einen Vergleich zwischen Juden in der NS-Zeit und heute ausgrenzten Menschen zieht. Als Kandidat der Linken für das Amt des Bundespräsidenten hatte Trabert beim digitalen Jahresauftakt der Partei wörtlich gesagt: „Wie damals viele Deutsche wussten, was mit den Juden geschieht, ist es heute so, dass wir wissen, was mit den geflüchteten Menschen im Mittelmeer geschieht.“ Von dieser Aussage distanziere man sich ausdrücklich, so die Ärzteschaft in Rheinland-Pfalz.

Soziale Ausgrenzung sei zweifellos ein wichtiges Thema, hier eine Parallele zur Verfolgung der Juden in der NS-Zeit zu ziehen, sei aber nicht akzeptabel. Trabert hatte schon im Vorfeld auf ähnliche Kritik reagiert: Es gehe ihm nicht um eine historische Gleichsetzung. Das von den Nationalsozialisten verursachte Leid sei unbeschreiblich größer gewesen. Er kritisiere aber die Tendenz des Wegschauens, auch in der heutigen Zeit.

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