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Das Krankenhaus in Ingelheim muss Ende des Jahres schließen. Für die 190 Beschäftigten sollen nach Angaben des Oberbürgermeisters der Stadt so schnell wie möglich neue Jobs gefunden werden.

Im Rathaus der Stadt Ingelheim werde bereits geprüft, ob Beschäftigte der Verwaltung der Klinik übernommen werden könnten, so Oberbürgermeister Ralf Claus (SPD). Gleiches gelte für technische Angestellte. Er habe auch Kontakt zu Firmen und Betrieben in der Umgebung aufgenommen und sie gebeten, zu prüfen, ob diese ebenfalls Mitarbeiter des Krankenhauses beschäftigen könnten. Ziel müsse sein, dass niemand, der in der Klinik seinen Job verliere, arbeitslos bleibe.

Für das ärztliche und das Pflege-Personal stehen die Chancen für eine Anschlussbeschäftigung gut. Das Katholische Klinikum und die Universitätsmedizin Mainz teilten auf SWR-Anfrage mit, dass sie in diesen Bereichen Personalbedarf hätten.

Fachärzte sollen ambulante Versorgung sicherstellen

Am Mittwoch hatte Claus bereits angekündigt, dass die Stadt alles daransetze, die ambulante ärztliche Versorgung für die Menschen in Ingelheim zu verbessern. Dazu solle mit Fachärzten über eine Ansiedlung gesprochen werden. Ziel solle sein, dass sich die Menschen vor Ort in Ingelheim behandeln lassen können und nicht immer nach Mainz fahren müssen.

Noch 45 Menschen im Krankenhaus

Aktuell werden im Ingelheimer Krankenhaus noch 45 Menschen stationär behandelt. Diese werden nach Angaben der Klinik entweder bis Ende des Jahres gesund entlassen oder in andere Krankenhäuser in der Umgebung verlegt. Ein Sprecher der Marienhaus Gesellschaft, die unter anderem das Katholische Klinikum in Mainz betreibt, sagte dem SWR, wenn Patienten übernommen werden müssten, dann sei das bei entsprechender vorheriger Planung gar kein Problem.

Kein Investor in Sicht

Die Gewerkschaft Verdi hatte am Dienstag gemeldet, eine Übernahme der in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Klinik durch einen Investor sei endgültig gescheitert. Der Insolvenzverwalter habe alles versucht, sagte die Betriebsratsvorsitzende Stefanie Klemann dem SWR. Letztlich habe sich aber kein Interessent für das Ingelheimer Krankenhaus gefunden.

Oberbürgermeister Claus sagte, die Schließung sei zu erwarten gewesen. Auch nachdem der Ingelheimer Stadtrat den Ausstieg aus dem Krankenhaus beschlossen hatte, hätten sich noch zahlreiche mögliche Investoren die Klinik angeschaut. Alle hätten sich aber dagegen entschieden, Geld zu investieren. Das Krankenhaus auf profitable Beine zu stellen, sei einfach nicht möglich. Dazu sei es zu klein.

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