Michael Ebling im Interview mit dem SWR. (Foto: SWR)

Stadtrat stimmt Ende Juni über Bewerbung ab

Aus diesen Gründen will OB Ebling die Landesgartenschau nach Mainz holen

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2026 soll es die erste Landesgartenschau in Mainz geben - zumindest wenn es nach Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) geht. Warum muss das Event aus seiner Sicht unbedingt in die Landeshauptstadt kommen?

Im Herbst 2020 hatte die Stadt eine Machbarkeitsstudie für die Landesgartenschau 2026 in Mainz in Auftrag gegeben. Die hatte ergeben, dass Mainz alle Anforderungen für eine Landesgartenschau erfüllen kann. Ende Juni soll nun der Stadtrat über die Bewerbung abstimmen. Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) will vor allem mit drei Argumenten überzeugen:

1. Mainzer Kulturgeschichte in die Zukunft führen

Die Landesgartenschau in Mainz würde unter dem Motto "Römische Gründung, Europäische Zukunft" stehen. Denn mit dem Römischen Theater, der Zitadelle, dem Römisch-Germanischen-Zentralmuseum und dem Antiken Schifffahrtsmuseum gebe es eine große kulturhistorische Basis in Mainz, sagt Ebling.

Die Zitadelle in der Mainzer Oberstadt. (Foto: SWR)
Die Mainzer Zitadelle soll als Bauwerk in eine mögliche Landesgartenschau 2026 auch miteinbezogen werden.

"Wir können einzigartig zeigen, dass wir die Stadt sind, die diese römische Gründung in die Zukunft führt." Aus Sicht von Ebling müsse man als Stadt aktuell Antworten auf den Klimawandel und das Bedürfnis der Menschen nach mehr öffentlichem Raum finden. Dabei soll die Landesgartenschau helfen - mit mehr Grünflächen in der Stadt. "Die Antworten auf diese Fragen geben wir mitten in der Stadt. Wir können Beispielhaftes setzen für die Fragen, die eigentlich alle Städte in Europa brennend interessieren."

2. Nachhaltige Veränderung der Stadt durch die Aufwertung der Grünflächen

Denn nach der Landesgartenschau als Event bleibe eine nachhaltige Veränderung der Stadt, so Ebling. "Wenn wir von einer Aufwertung der Grünflächen sprechen zum Beispiel im Volkspark, dann sind das Dinge, die nicht temporär mal gemacht werden, sondern die bleiben natürlich auch dauerhaft." Aus Sicht des OB könnten deshalb auch die kommenden Generationen davon profitieren, wenn es schönere Grünflächen in Mainz geben würde.

"Wir wollen natürlich investieren in die Aufwertung des öffentlichen Raums", sagt Ebling. Am Dienstag hat er gemeinsam mit Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) die Kosten für eine mögliche Landesgartenschau im Jahr 2026 vorgestellt. Nach Angaben der Stadt sollen die Baumaßnahmen rund 36 Millionen Euro kosten, davon soll über die Hälfte aus Fördermitteln vom Land gedeckt werden. Die Kosten für die Durchführung der Landesgartenschau - zum Beispiel für Personal und Veranstaltungen - betragen knapp 15 Millionen Euro, so Ebling. Diese sollen durch die Eintrittspreise finanziert werden.

Mögliche Orte der Landesgartenschau

Der Machbarkeitsstudie zufolge sollen ergänzend zu den großen Grünflächen in Stadt- und Volkspark auch kleinere Projekte umgesetzt werden: Schulhofbegrünungen, Installationen am Rheinufer oder einzelne Wunschprojekte in den Stadtteilen. Die Landesgartenschau soll sowohl öffentlich zugängliche Bereiche beinhalten wie zum Beispiel die Zitadelle, aber auch kostenpflichtige wie Teile von Volks- und Stadtpark. Der Rhein, heißt es, werde frei zugänglich bleiben.

3. Stärkung des Wirtschaftsstandorts Mainz

Die Landesgartenschau soll aber vor allem auch für die Mainzer Wirtschaft ein finanzieller Erfolg sein. "Wir ziehen Besucherinnen und Besucher nach Mainz", sagt Oberbürgermeister Ebling. "Das sorgt auch für Umsatz und glückliche Gastronomen und Hoteliers".

Die Mainzer Bürgerinnen und Bürger hatten auch die Möglichkeit, sich an den Planungen zu beteiligen. Neben zwei sogenannten Werkstattgesprächen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung gab es auch zwei Bürgerbeteiligungen. Die Anregungen der Bürger fließen laut Stadt in die Machbarkeitsstudie ein.

"Wir haben in der Bürgerbeteiligung gemerkt, dass es ein gutes Klima dafür gibt, dieses Projekt anzustoßen", sagt Oberbürgermeister Ebling. Er ist davon überzeugt, dass die Vorteile einer nachhaltigen Stadtentwicklung auch den Mainzer Stadtrat am 30. Juni überzeugen werden. Selbst im Fall, dass die Mainzer Bewerbung für die Landesgartenschau 2026 nicht erfolgreich sein sollte. "Dann haben wir trotzdem Impulse für eine nachhaltige Stadtentwicklung gesetzt und werden sie dann auch schrittweise umsetzen können."

Der Bewerbungsschluss für die Landesgartenschau 2026 ist Mitte Oktober. Neben Mainz hat noch Traben-Trarbach gemeinsam mit Bernkastel-Kues eine Bewerbung angekündigt. Bitburg in der Eifel, Neustadt an der Weinstraße und Speyer wollen sich auch bewerben. Bendorf im Kreis Mayen-Koblenz prüft aktuell noch eine Bewerbung.

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