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Am Unterricht teilnehmen können Schüler zurzeit fast ausschließlich nur über das Internet. In den meisten Mainzer Flüchtlingsheimen gibt es jedoch keine oder nur schlechte Internetverbindungen. Schüler, die dort wohnen, drohen abgehängt zu werden.

Der Mainzer Flüchtlingsrat hatte deswegen am Montagabend zu einem Treffen eingeladen. Seit mehr als fünf Jahren gebe es bereits die Aufforderung, in den Unterkünften freies Internet zur Verfügung zu stellen, sagt Stephan Hesping von "Miteinander Gonsenheim" - einem Netzwerk für Flüchtlinge. Jetzt während der Pandemie sei ein stabiles Internet für die Bewohner noch wichtiger geworden, um beispielsweise auch Online-Sprachkurse zu besuchen. Digitale Teilhabe sei ein Menschenrecht, sagt er.

Wissenslücken kaum aufholbar

In den von der Stadt Mainz betriebenen Unterkünften für Flüchtlinge leben nach Auskunft der Pressestelle 199 schulpflichtige Kinder im Alter von sechs bis unter 18 Jahren. Sieben von ihnen werden von Ehrenamtlichen vom Bildungsnetzwerk Mainz e.V. gerade via Handy betreut - unter anderem von Theresa Dicks.

"Wir wollen trotz Lockdown den Kontakt zu den Kindern halten, weil wir schon im ersten Lockdown im März/April gemerkt haben, dass immense Wissenslücken auftreten."

Theresa Dicks, Bildungsnetzwerk Mainz e.V.

"Die Kinder kommen mit dem Schulstoff überhaupt nicht hinterher und hängen noch mehr hinterher als sonst schon", so Dicks. Gerade die Erst- und Zweitklässler erreichten sie kaum. Die entstehenden Lücken seien fast nicht aufholbar.

Stadt Mainz prüft WLAN in Flüchtlingsunterkünften

Die Stadt Mainz räumt ein, dass Schüler in den Gemeinschaftsunterkünften nicht problemlos am digital ausgerichteten Unterricht teilnehmen könnten. Die Stadt prüft nach eigenen Angaben seit Mitte Dezember die bestehenden WLAN-Anlagen in den Gemeinschaftsunterkünften. "Aufgrund einer größeren Anzahl an Unterkünften, der individuellen Gegebenheiten der Liegenschaften und komplexer technischer Zusammenhänge, dauert die Prüfung an", heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Mobile Hotspots und Leihgeräte

Um das Internet-Problem zu lösen, setzt die Stadt auf mobile Alternativen für Schülerinnen und Schüler in den Gemeinschaftsunterkünften. Hotspots, die auf das mobile Netz zugreifen, sollen in zusätzlich eingerichteten Lernräumen für eine bessere Internetverbindung sorgen. Ende Januar sollen den Schülern auch die Leihgeräte zur Verfügung stehen, die die Stadt beschafft hat - im Zuge des Digitalpakts mit dem Land.

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