Der Pegelstand des Rheins bei Bingen ist jetzt nur minimal besser als Mitte August. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Boris Roessler)

Trotz Regen kaum Entspannung auf dem Rhein

Niedrigwasser weiter problematisch für Rheinfähren und Häfen in Rheinhessen

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Ein paar Regenfälle und leicht steigende Rheinpegel – Aufatmen können die Betreiber von Rheinfähren und Häfen in der Region dennoch nicht. Das Niedrigwasser macht ihnen weiterhin Probleme. 

Die Lage sei immer noch ernst, so ein Sprecher des Wormser Hafenbetreibers Rhenania. Zwar habe man die Lademengen für die Binnenschiffe kurzzeitig wieder etwas erhöhen können, aber das sei immer noch viel weniger als sonst. Außerdem sei keine weitere Entspannung in Sicht, da die Rheinpegel wieder sinken würden. 

"Was schnell kommt, ist auch schnell wieder weg", beschreibt Michael Maul die Regenfälle. Er betreibt die Rhein-Fähre zwischen Ingelheim und Oestrich-Winkel und ist Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Fähren. Derzeit lägen die Pegelstände nur etwa einen halben Meter über den extremen Niedrigwerten der letzten Wochen.  

Blick auf Rheinpegel macht weiterhin Sorgen 

Immerhin: Bei den Rheinfähren in der Region herrsche gerade halbwegs wieder Normalbetrieb. Erst Mitte August hatten einige von ihnen den Betrieb sogar ganz einstellen müssen, zum Beispiel in Nierstein, obwohl dort das Rheinufer extra nochmal ausgebaggert wurde. Andernorts kamen spezielle Niedrigwasser-Fähren zum Einsatz.   

Das bisschen Regen löse aber das Langzeitproblem nicht, sagt Michael Maul. "Wir schauen täglich auf die Wasserstände. Das Niedrigwasser macht uns weiterhin Sorgen." 

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Nur leichte Entspannung am Mainzer Winterhafen   

Im Mainzer Winterhafen, wo wegen des Niedrigwassers zwischenzeitlich alle Boote auf Grund lagen, können derweil rund zwei Drittel der Schiffe wieder auslaufen. Das berichtet der Besitzer der dortigen Werft, Jochen Hener. Vor allem größere Schiffe könnten aber weiterhin nicht fahren.  

Gemeinsam mit den Bootsbesitzern setzt sich Hener dafür ein, dass der Winterhafen auch mit Blick auf weiteres Niedrigwasser tiefer ausgebaggert wird. Der für den Winterhafen zuständige Mainzer Wirtschaftsbetrieb kann das nach eigenen Angaben aus den Pachterlösen aber nicht finanzieren. Laut der Stadt Mainz sollen in absehbarer Zeit Gespräche dazu stattfinden. Bisher gebe es aber noch keinen konkreten Termin, so Jochen Hener.

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