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Es war nicht alles schlecht in diesem Jahr: Viele Menschen haben gezeigt, wie hilfsbereit sie sind und auch Teile der Wirtschaft haben von der Pandemie profitiert - zum Beispiel im Handwerk.

Zimmerer Tim Borrmann aus Dexheim (Kreis Mainz-Bingen) weiß, andere Branchen leiden unter der Corona-Krise. Er und sein Team der Zimmerei und Dachdeckerei dagegen arbeiten überwiegend draußen - auf dem Dach, im Garten, vor dem Haus - ein Vorteil in Zeiten der Pandemie. "Wir haben wirklich dieses Jahr unser bestes Jahr gehabt", sagt er.

Urlaubsgeld wurde ins Eigenheim gesteckt

Für dieses gute Geschäftsjahr gebe es viele Gründe, so Borrmann. Viele Menschen seien wegen Corona nicht in den Urlaub gefahren, stattdessen hätten viele darüber nachgedacht, es sich zuhause hübsch zu machen. "Es werden viele Carports, Pergolas, Terrassenüberdachungen angefragt", erzählt er. Viele würden das Geld, das sie sonst in den Urlaub investieren, fürs Eigenheim ausgeben.

Coronabedingt verlockend war für die Kunden auch die Mehrwertsteuersenkung um drei Prozent und die staatlichen Zuschüsse für Dachsanierungen.

Corona-Prämie für seine Mitarbeiter

Wie viel Umsatz mehr solche Aufträge Tim Borrmann eingebracht haben, das hat er noch nicht ausgerechnet. Aber es habe gereicht, jedem seiner 16 Mitarbeiter eine sogenannte Corona-Prämie zu zahlen, das sind bis 1.500 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei.

"Wir haben das gemacht, um den Mitarbeitern zu danken, dass sie alle immer da waren", sagt Zimmerer Tim Borrmann. "Da war keiner dabei, der gesagt hat, ich bleibe jetzt lieber mal daheim." Er habe gemerkt, seine Leute wollten arbeiten. Und so hofft der 40-jährige Firmenchef, dass es erfolgreich weiter geht. Angst vor dem kommenden Jahr hat der Dexheimer nicht, die Auftragsbücher sind bis April gut gefüllt, sagt er.

Nach Corona-Jahr: Zufrieden aber bescheiden

Dieses Jahr stand Tim Borrmann auf der Gewinnerseite, das weiß er auch. Denn um die andere Seite zu sehen, muss er gar nicht weit schauen: Sein Nachbar hat einen Friseursalon in Mainz und musste im Zuge der Corona-Verordnung schon zweimal schließen. "Solchen Menschen wünsche ich, dass sie im nächsten Jahr nicht ganz so hart getroffen werden."

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