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Dass die Salzbachtalbrücke gesperrt wurde, bevor sie möglicherweise eingestürzt wäre, hat auch mit Wulf Goretzky und seinem Freund Daniel zu tun. Hier erzählt der Student aus Wiesbaden davon.

Eigentlich war der 18. Juni ein ganz normaler Tag für Wulf Goretzky. Er war mit seinem Freund Daniel im Auto unterwegs auf dem Weg zu Daniels Garten. Als die beiden an einer roten Ampel unterhalb der Salzbachtalbrücke anhielten, sahen sie jedoch etwas Ungewöhnliches:

"Spannend wurde es, als Daniel und ich relativ zeitgleich eine Staubwolke an der Brücke über uns gesehen haben, weshalb wir dann noch ein bisschen länger darauf geguckt haben. Wir dachten erst, dass wahrscheinlich ein Lastwagen mit Schutt darübergefahren ist und die Ladung falsch oder unzureichend gesichert hat.

Dann haben wir plötzlich ein paar Brocken fallen sehen, die meiner Schätzung nach ungefähr faustgroß waren.

Die meisten sind im Gebüsch und neben dem Bürgersteig gelandet, einer oder zwei auch auf dem Bürgersteig. Aber ein Brocken ist auch auf die Straße gefallen. Zum Glück hat er kein Auto getroffen."

Ein Anruf, der zur Sperrung der Salzbachtalbrücke führt

Dass die Brocken Teil der Brücke sein könnten, daran dachte Wulf Goretzky zunächst überhaupt nicht. Erst als er und Daniel sich über die Größe der Brocken unterhielten, kam ihnen der Gedanke, dass sich vielleicht etwas von der Brücke gelöst haben könnte. Daniel drängte dann seinen Beifahrer Wulf, die Polizei zu informieren. Was sein Anruf bei der Polizei tatsächlich auslöste, ahnte Wulf zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

"Dass sich aus der Sache so etwas entwickelt, dass es in den Nachrichten kommt, dass es heißt, die Brücke werde zu einem 'Herzinfarkt Hessens', damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich angerufen hätte, wenn ich nicht mit Daniel unterwegs gewesen wäre. Er war da mehr die impulsgebende Kraft, bei der Polizei anzurufen und es zu melden."

Augenzeugen verhindern Schlimmeres

Dank der aufmerksamen Augenzeugen konnte schnell gehandelt und die marode Brücke gesperrt werden. Damit haben sie möglicherweise Schlimmeres verhindert: Nach Angaben der zuständigen Autobahn GmbH ist der Südteil der Brücke extrem einsturzgefährdet. Selbst Bauarbeiter dürften sich momentan nur bis maximal 25 Meter der Brücke nähern.

"Ich habe über die Situation an sich geschmunzelt, dass ausgerechnet ich das mitbekommen habe und es gemeldet habe. Denn ich gehöre eigentlich zu denen, die so etwas in den Zeitungen lesen."

Am Tag nach der Sperrung musste Wulf Goretzky dann nach Frankfurt - und hat die Auswirkungen der Salzbachtalbrücken-Sperrung selbst zu spüren bekommen. Erst da wurde ihm wirklich richtig bewusst, dass das was Größeres ist, erzählt er im SWR-Interview: "Ich habe nicht damit gerechnet, dass so eine Geschichte aus der Brücke wird und dass es ein mindestens ein Jahr dauern wird."

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