STAND

Applaus von Fluglärmgegnern in Rheinhessen: Das Land Hessen hat das erste Mal ein Bußgeld wegen Nachtlandungen auf dem Frankfurter Flughafen verhängt.

272.500 Euro soll die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion, eine Tochter der Fluglinie Ryanair, zahlen. Deren Flieger sind nach Angaben des Landes Hessen trotz des Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen immer wieder verspätet gelandet.

Einkalkulierte Verspätungen

Nach Angaben des hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) landeten Flugzeuge von Laudamotion im Sommerflugplan 2018 insgesamt 68 Mal nach 23:00 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen.

Nach den Worten Al-Wazirs hat sein Ministerium Laudamotion in mühseliger Kleinarbeit nachgewiesen, dass deren täglicher Flug aus Mallorca mit geplanter Landung um 22:45 Uhr selbstverschuldet regelmäßig zu spät in Frankfurt ankam.

Die ebenfalls im Sommer 2018 zunächst häufig von verspäteten Landungen betroffenen Fluggesellschaften Ryanair und Condor müssen kein Bußgeld zahlen, weil sie die Verspätungen vor allem durch Flugplanänderungen deutlich verringert hatten.

Weniger Verstöße

Al-Wazir wies außerdem darauf hin, dass sich die Zahl der verspäteten Landungen im Sommer 2019 gegenüber dem Vorjahr in Frankfurt insgesamt deutlich von 1.054 auf 602 reduziert habe. Deshalb werde es für das vergangene Jahr auch keine Bußgeldbescheide geben.

"Strafen viel zu selten"

Die Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen begrüßte die Entscheidung für das Bußgeld gegen Laudamotion. Diese Strafe sei verdient, so Sprecher Karsten Jacobs. Den Fluggesellschaften würden viel zu häufig zu frühe oder zu späte Starts und Landungen erlaubt - aus sehr fragwürdigen Gründen. In dem Zusammenhang fordert die Initiative ein stringenteres Durchgreifen der Politik. 

STAND
AUTOR/IN