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Unter Migranten gibt es besonders viele Vorurteile gegen oder sogar Ängste vor einer Corona-Schutzimpfung. Der Landkreis Mainz-Bingen hält mit einer Aufklärungskampagne dagegen.

An insgesamt vier Abenden finden über den Landkreis verteilt Informationsveranstaltungen für Menschen mit Migrationshintergrund und für Geflüchtete statt. Der Auftakt war am Donnerstag im Kulturzentrum Bingen. 25 Menschen kamen, um sich über die Corona-Impfungen zu informieren.

Der Leiter des Gesundheitsamtes Mainz-Bingen, Dietmar Hoffmann, erklärte ausführlich, wie die Impfung wirkt und wie sie abläuft. Dabei räumte er vor allem mit falschen Behauptungen und Gerüchten auf.

Geflüchtete befürchten Abschiebung nach Impfung

Zum Beispiel gebe es bei vielen Geflüchteten die Befürchtung, dass sie nach der Impfung direkt abgeschoben würden. "Das ist natürlich völlig falsch", so Hoffmann. Auch würden den Menschen weder Chips eingepflanzt, noch würden Frauen durch die Impfung unfruchtbar. "Wir wollen gegen diese Gerüchte angehen."

Die Aufklärungskampagne sei ein Weg, um "viele Menschen zu erreichen und die Bereitschaft zur Impfung zu erhöhen", sagte die Landrätin des Kreises Mainz-Bingen, Dorothea Schäfer (CDU). "Wir hoffen darauf, dass möglichst viele Menschen dabei sind." Denn nur gemeinsam könne man die Pandemie in den Griff bekommen.

Migrantinnen und Migranten durch Pandemie besonders gefährdet

Nach Angaben der Kreisverwaltung stecken sich Menschen mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich häufig mit dem Corona-Virus an. Belastbare Zahlen dazu gibt es nicht, denn die Nationalität oder der Migrationsstatus wird von den Gesundheitsämtern nicht dezidiert abgefragt.

"Gefühlt sind aber Menschen mit zu vermutendem Migrationshintergrund in der zweiten und dritten Welle überrepräsentiert", teilte der Kreis Mainz-Bingen auf SWR-Anfrage mit. Gesundheitsamtsleiter Hoffmann schätzt die Zahl sogar auf 60 Prozent. Das liegt laut Kreisverwaltung vor allem daran, dass Migrantinnen und Migranten häufig notgedrungen kontaktreiche Lebens- und Arbeitsverhältnissen hätten.

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