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Für das Arbeiten von Zuhause aus ist heutzutage eines wesentlich: Eine gute Internetverbindung. Die Gemeinde Hundsbach fühlt sich dabei abgehängt. Zwar soll es ein Glasfaserkabel geben, aber ein Anschluss ist nicht möglich.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:40 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Die kleine Gemeinde im Kreis Bad Kreuznach mit mehreren hundert Einwohnern wird zurzeit per Richtfunk mit Internet versorgt. Ortsbürgermeister Jan Hey erlebt selbst, wie groß die Probleme mit der Verbindung sind: Laut Vertrag hat er eine 16.000er Leitung, zurzeit komme er auf 1,2 MBit. Er fürchtet um seine Gemeinde. "Der Ort hat keine Zukunft ohne Internet", sagt er dem SWR-Politikmagazin Zur Sache Rheinland-Pfalz.

Jan Hey, Ortsbürgermeister von Hundsbach (Foto: SWR)
Der Ortsbürgermeister von Hundsbach Jan Hey macht sich Sorgen um die Zukunft des Dorfes

Kabel für den Nachbarort

Zwar soll bald ein Glasfaserkabel durch die Gemeinde gelegt werden - mit diesem wird aber der Nachbarort Limbach versorgt. Anschlüsse in Hundsbach wird es zunächst nicht geben. "Es ist eine Provinzposse allererster Klasse", sagt Hey. "Man fühlt sich gravierend im Stich gelassen. Es kommt hier nichts an."

Landkreis: Kritik an Vergabeverfahren

Landrätin Bettina Dickes (CDU) sind die Probleme bekannt. Aus Sicht der Bürger sei es nicht nachvollziehbar, dass Kabel verlegt, aber nicht angeschlossen würden. Der Kreis hatte den Kabelausbau Ende 2016 beauftragt. Bei dem damaligen Förderprogramm von Bund und Land habe es klare Vorgaben gegeben. Ein Haus habe dabei nur dann angeschlossen werden können, wenn es unter 30 MBit liege oder wenn es keinen Anbieter gebe, der dieses Ziel eigenwirtschaftlich binnen drei Jahren erreiche. Das habe der bisherige Netzbetreiber in Hundsbach aber zugesagt - der Ort galt damit als versorgt.

Dickes kritisiert das damalige Vergabeverfahren. "Uns waren die Hände gebunden durch die Programme, die von Bund und Land aufgelegt wurden, und die Richtlinien, die wir nicht brechen durften." Den Netzbetreiber könne man nicht zum Ausbau zwingen.

Landrätin Bettina Dickes (CDU) (Foto: SWR)
Landrätin Bettina Dickes (CDU): "Uns waren die Hände gebunden"

Ausbau ja, Zeitplan nein

Der Kreis ist mit dem Netzbetreiber Innogy im Gespräch, der im Nachbarort Limbach den Glasfaserausbau übernimmt. Dieser stehe jedoch unter großem Zeitdruck, zunächst andere Gemeinden anzuschließen. Man habe aber die Zusage, danach - bei genügend Interessenten - auch Hundsbach mit Glasfaser zu versorgen. Wann genau das der Fall ist, konnte Innogy auf Anfrage von Zur Sache Rheinland-Pfalz jedoch nicht sagen.

Landrätin Dickes wünscht sich mehr Flexibilität bei dem Förderprogramm von Land und Bund. Man müsse Menschen über Jahre vertrösten. "Und über Jahre vertrösten heißt im ländlichen Raum, dass Häuser nicht verkauft werden können, dass Menschen wegziehen müssen, weil sie keine Telearbeit machen können." Man könne bei den aktuell gültigen Vorgaben nicht auf die Situation reagieren.

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